Journal Hämatologie

Lymphome

Beiträge zum Thema Lymphome

Non-Hodgkin-Lymphom
 6 Min|
Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib in nationalen und internationalen Leitlinien
Therapie des Mantelzell-Lymphoms

Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib in nationalen und internationalen Leitlinien

Im Juni 2026 wurde die Onkopedia-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zum Mantelzell-Lymphom (MCL) aktualisiert [1]. In diesem Zug wurde die im Vorjahr zugelassene Kombination aus dem Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) Acalabrutinib und Bendamustin + Rituximab (BR) als Therapieoption für die Erstlinie aufgenommen. Die Kombination aus Acalabrutinib und BR wird in der MCL-Erstlinie bei Patient:innen mit gutem Allgemeinzustand, > 60 Jahre, unfit empfohlen [1]. Derzeit ist Acalabrutinib (in Kombination mit BR) der einzige BTKi mit Zulassung für nicht vorbehandelte MCL-Patient:innen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (autoSCT) geeignet sind [2]. Zusätzlich wird der Wirkstoff als Monotherapie bei BTKi-naiven Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem MCL empfohlen [1, 2]. Das therapeutische Spektrum für die Behandlung des MCL hat sich also deutlich erweitert.
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Multiples Myelom
 3 Min|
Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Selinexor ermöglicht doppelten Substanzklassenwechsel

Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Selinexor ermöglicht doppelten Substanzklassenwechsel

Bei Betroffenen mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom (rrMM) können Resistenzen gegenüber bereits eingesetzten Substanzklassen zunehmen [1-6]. Mit dem XPO1-Inhibitor Selinexor steht eine Substanzklasse zur Ver­fügung, die sich einen komplett anderen Wirkort als Proteasom-Inhibitoren (PI), immunmodulatorische Wirkstoffe (IMiDs) und Anti-CD38-Antikörper zu Nutze macht. Erkrankte können bereits nach einer Vortherapie wirksam und ­sicher ­behandelt werden, wie die Ergebnisse der Phase-III-Studie BOSTON gezeigt haben [7-10].
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Non-Hodgkin-Lymphom
 5 Min|
B-Zell-Malignome: CLL und MCL im Fokus
B-Zell-Malignome: CLL und MCL im Fokus

Zielgerichtete Therapiestrategien mit Ibrutinib

Mit der Zulassung des Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitors Ibrutinib wurde das therapeutische Spektrum zur Behandlung von B-Zell-Malignomen erweitert und die Entwicklung zielgerichteter Therapiestrategien maßgeblich voran­getrieben [1]. Langzeitdaten aus klinischen Studien erweitern die Evidenz für Ibrutinib-basierte Therapiestrategien bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und dem Mantelzell-Lymphom (MCL). Insbesondere bei Patient:innen mit ungünstigen prognostischen Faktoren zeigen sich Anhaltspunkte auf eine anhaltende Krankheitskontrolle über Jahre hinweg [2-5].
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Medizin
 3 Min|
Multiples Myelom

r/r MM: Etentamig zeigt signifikanten Vorteil gegenüber Standardtherapie

Die Phase-III-Studie CERVINO zeigt bei mit einem Proteasom-Inhibitor, einer immunmodulatorischen Substanz und einem Anti-CD38-Antikörper vorbehandelten Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom (r/r MM) signifikante Vorteile für den bispezifischen BCMA/CD3-Antikörper Etentamig gegenüber einer vom Prüfarzt gewählten Standardtherapie (SAT) [1, 2]. Bei den dualen primären Endpunkten, der objektiven Ansprechrate (ORR) und dem progressionsfreien Überleben (PFS), war Etentamig SAT signifikant überlegen.
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Medizin
 2 Min|

Kutane Lymphome in Klinik und Praxis – Neue Leitlinien

Etwa einer von 100.000 Einwohnern in Deutschland erkrankt jedes Jahr an einem kutanen Lymphom. Bei diesem Hautkrebs, der aussehen kann wie ein Ekzem oder Schuppenflechte, vermehren sich weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) unkontrolliert in der Haut. Die S2k-Leitlinie „Kutane Lymphome“ der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft unterscheidet langsame und aggressive Formen und beschreibt Diagnostik, Klassifikation und Therapie. Prof. Dr. Chalid Assaf, Krefeld, gibt einen Einblick in die Aktualisierung der Leitlinie. Diese wird auch auf dem Deutschen Hautkrebskongress vom 9.-11.9.2026 in Leipzig diskutiert.
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Multiples Myelom
 2 Min|

Lenalidomid-Erhaltung beim Multiplen Myelom: Zeitlich begrenzt oder unbegrenzt?

Lenalidomid wird beim neu diagnostizierten multiplen Myelom bislang als Erhaltungstherapie bis zum Progress der Erkrankung eingesetzt. Wie lange diese Erhaltungstherapie tatsächlich erfolgen sollte, war jedoch unklar. Eine randomisierte Phase-III-Studie mit 516 Patient:innen mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom mit Standardrisiko, die keine autologe Stammzelltransplantation erhielten, verglich nun eine zeitlich unbegrenzte mit einer auf zwei Jahre befristeten Lenalidomid-Erhaltungstherapie.
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Lymphome
 3 Min|
Primäres ZNS-Lymphom: Autologe Stammzelltransplantation verbessert das progressionsfreie Überleben

Primäres ZNS-Lymphom: Autologe Stammzelltransplantation verbessert das progressionsfreie Überleben

Für Patient:innen mit neu diagnostiziertem primärem ZNS-Lymphom ist die Konsolidierung nach der Induktionstherapie ein zentraler Bestandteil des Behandlungskonzepts. Eine randomisierte Phase-III-Studie liefert nun Vergleichsdaten zu zwei Strategien: Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation oder nicht-myeloablative Chemoimmuntherapie.
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DLBCL
 4 Min|
POLARGO-Studie: Polatuzumab Vedotin plus R-GemOx senkt Sterberisiko bei rezidiviertem/refraktärem DLBCL

POLARGO-Studie: Polatuzumab Vedotin plus R-GemOx senkt Sterberisiko bei rezidiviertem/refraktärem DLBCL

Für Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (RR DLBCL), die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht infrage kommen, bleibt die Prognose ungünstig. Die randomisierte Phase-III-Studie POLARGO hat geprüft, ob sich durch die Ergänzung von Polatuzumab Vedotin zu Rituximab, Gemcitabin und Oxaliplatin (R-GemOx) das Überleben in dieser Patientengruppe verbessern lässt.
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Medizin
 3 Min|
T-Zellen bei Multiplem Myelom und AML nur teils aktiviert

T-Zellen bei Multiplem Myelom und AML nur teils aktiviert

Ein Team unter der Leitung von Forschenden aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Stammzellinstitut HI-STEM* sowie der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) hat beim Multiplen Myelom und bei akuter myeloischer Leukämie die T-Zellen im Knochenmark charakterisiert: Eine definierte Gruppe tumorreaktiver T-Zellen kann Krebszellen erkennen und grundsätzlich bekämpfen, ist aber häufig nicht ausreichend aktiviert. Trotzdem hat die Anzahl dieser Zellen Einfluss auf die Prognose. Eine spezielle Gensignatur weist die tumorreaktiven T-Zellen aus und könnte den Erfolg von Immuntherapien vorhersagen.
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Medizin
 3 Min|
Chronische lymphatische Leukämie: EU-Zulassung für Pirtobrutinib in der Erstlinie

Chronische lymphatische Leukämie: EU-Zulassung für Pirtobrutinib in der Erstlinie

Die Europäische Kommission hat Pirtobrutinib als ersten und einzigen nicht-kovalenten (reversiblen) Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor für die Behandlung Erwachsener mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) ab der Erstlinie zugelassen [1]. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studien BRUIN-CLL-314 und BRUIN-CLL-313. Diese zeigten erstmalig die Wirksamkeit von Pirtobrutinib im Head-to-Head-Vergleich mit dem bisherigen Standard Ibrutinib bzw. Chemo-Immuntherapie (Bendamustin + Rituximab) bei Therapie- und BTKi-naiven CLL-Patient:innen bei bekanntem guten Verträglichkeitsprofil [2,3]. Künftig kann Pirtobrutinib damit auch bei therapie-naiven erwachsenen CLL-Patient:innen eingesetzt werden [1]. Bislang war Pirtobrutinib in Deutschland zur Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem Verlauf der CLL (r/r CLL) nach Vorbehandlung mit kovalenten BTKi (cBTKi) zugelassen sowie zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären Mantelzell-Lymphoms (MCL) nach BTKi-Vortherapie [1].
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Multiples Myelom
 3 Min|

Überlebensvorteile durch Teclistamab beim multiplen Myelom nach ein bis drei Vortherapien

Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper, der gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und CD3 gerichtet ist. Seine Wirksamkeit als Monotherapie in frühen Therapielinien beim rezidivierten oder refraktären multiplen Myelom (r/r MM) war bislang unklar. Eine internationale randomisierte Phase-III-Studie mit 593 Patient:innen, die zuvor ein bis drei Therapielinien einschließlich eines Anti-CD38-Antikörpers und Lenalidomid erhalten hatten, liefert nun neue Ergebnisse. Teclistamab verbesserte das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) signifikant im Vergleich zur Standardtherapie mit Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason oder Carfilzomib und Dexamethason. Die Rate kompletter Remissionen war unter Teclistamab deutlich höher, allerdings traten auch Infektionen vom Grad 3 oder 4 häufiger auf.
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Medizin
 4 Min|
EBMT 2026

Erfolgsfaktoren für CAR-T-Zelltherapien beim r/r DLBCL

Was ist das therapeutische Potenzial von CAR-T-Zelltherapien bei Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) ab der Zweitlinie? Das diskutierten Fachärzt:innen der Hämatoonkologie anlässlich der 52. Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) in Madrid, Spanien. Als kritische Faktoren für einen kurativ intendierten Behandlungsansatz mit etwa Axicabtagen ciloleucel nannten die Expert:innen unter anderem eine sorgfältige Patientenselektion, einen möglichst frühzeitigen Therapiestart sowie ein strukturiertes Management möglicher Nebenwirkungen. So seien mittlerweile laut Einschätzung von Dr. Birte Friedrichs, Düsseldorf, beispielsweise CAR-T-bedingte, höhergradige Toxizitäten größtenteils mit proaktiven Managementstrategien beherrschbar.
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Follikuläres Lymphom
 2 Min|
Follikuläres Lymphom: Epcoritamab-Kombinationstherapie ab dem 1. Rezidiv zugelassen

Follikuläres Lymphom: Epcoritamab-Kombinationstherapie ab dem 1. Rezidiv zugelassen

Die Herausforderung in der Behandlung des follikulären Lymphoms (FL) liegt im Rezidiv. Hier kann ab sofort der bispezifische Antikörper Epcoritamab zusammen mit Rituximab und Lenalidomid (R2) in allen Therapielinien eingesetzt werden. Gegenüber R2 alleine zeigte sich die neue Therapiekombination sowohl beim progressionsfreien Überleben als auch bei der Gesamtansprechrate signifikant überlegen.
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Medizin
 4 Min|
Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren
EHA 2026

Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren

Umfangreiche Phase-III-Daten bei Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (CLL/SLL) im Alter von 80 Jahren und älter zeigen einen anhaltenden Nutzen von Zanubrutinib nach nahezu 6,5 Jahren Nachbeobachtung. Die Daten, die zu den bislang größten Datensätzen älterer Patient:innen mit therapienaiver CLL zählen, wurden auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) 2026 in Stockholm präsentiert. Im Fokus stehen damit gerade jene Patient:innen, die in der klinischen Praxis häufig behandelt werden, in zulassungsrelevanten Studien jedoch bislang nur begrenzt vertreten waren.
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Lymphome
 3 Min|
KI-System unterstützt transparente Diagnostik von B-Zell-Lymphomen

KI-System unterstützt transparente Diagnostik von B-Zell-Lymphomen

Die Diagnose bestimmter Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen könnte künftig einfacher und transparenter werden. Forschende der Universität Marburg haben mit „FlowXAI“ ein neues KI-System entwickelt, das Ärzt:innen bei der Einordnung von B-Zell-Lymphomen unterstützt. Anders als viele bisherige Verfahren liefert die Anwendung nicht nur einen Diagnosevorschlag, sondern erklärt auch, welche Zellmerkmale dafür ausschlaggebend waren und wie verlässlich die Einschätzung ist. Dadurch können Mediziner:innen ihre Aufmerksamkeit gezielt auf schwierige oder unsichere Fälle richten, berichten die Forschenden um den Informatiker Prof. Dr. Michael Thrun und die Krebsmedizinerin PD Dr. Cornelia Brendel und PD Dr. Jörg Hoffmann. Die Forschenden veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLOS Medicine.
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