Journal Hämatologie

Aktuelles

Medizin
Vier Leukämie-Stammzell-Subtypen erklären Therapieversagen bei AML

Vier Leukämie-Stammzell-Subtypen erklären Therapieversagen bei AML

Wissenschaftler:innen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Stammzell-Institut HI-STEM* haben einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, der zum Therapieversagen bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) beiträgt. Sie zeigen, dass es nicht nur einen, sondern vier unterschiedliche Subtypen von Leukämie-Stammzellen gibt. Diese Vielfalt könnte erklären, warum eines der wichtigsten AML-Medikamente bei manchen Patient:innen nicht ausreichend wirkt oder im Verlauf seine Wirksamkeit verliert – mit der Folge, dass die Leukämie zurückkehrt. Die Entdeckung schafft eine wichtige Grundlage für präzisere und langfristig erfolgreichere Behandlungsstrategien, die Resistenzmechanismen gezielt überwinden könnten.
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Follikuläres Lymphom
Obinutuzumab vs. Rituximab: Neue Real-World-Daten zur Transformation bei Follikulären Lymphomen

Obinutuzumab vs. Rituximab: Neue Real-World-Daten zur Transformation bei Follikulären Lymphomen

Die histologische Transformation vom follikulären Lymphom (FL) zum aggressiven diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) stellt ein kritisches Ereignis im Krankheitsverlauf dar und ist mit einer deutlich reduzierten Überlebenszeit assoziiert. Während Rituximab nachweislich die Transformationsrate senkt, fehlten bislang robuste Real-World-Daten zum Anti-CD20-Antikörper der dritten Generation, Obinutuzumab. Eine große retrospektive Kohortenstudie aus Israel liefert nun Evidenz aus der klinischen Routine.
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Gesundheitspolitik

Starker Anstieg bei der Pflegebedürftigkeit

Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen Geld von der Pflegeversicherung – vor allem, weil bei den jüngeren Jahrgängen die Zahl der Leistungsbezieher gestiegen ist. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Forschungsinstitut IGES für den Spitzenverband der Krankenkassen erstellt hat. Der Bericht ist vor allem im Hinblick auf die angekündigte Pflegereform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) brisant. Umgehend begann eine Debatte über mögliche Einsparungen. Der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten ist laut IGES zwischen 2017 und 2024 von 4,6% auf 7,6% gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Unter-65-Jährigen an den Leistungsbeziehern von 17,5 auf 23,8%, während der Anteil der älteren Semester leicht sank.
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Non-Hodgkin-Lymphom
Liso-cel erzielt tiefere und dauerhaftere molekulare Remission als Stammzelltransplantation beim großzelligen B-Zell-Lymphom

Liso-cel erzielt tiefere und dauerhaftere molekulare Remission als ASCT beim LBCL

Die randomisierte Phase-III-Studie TRANSFORM liefert erstmals Daten aus einer großen kontrollierten Studie zur prognostischen Bedeutung der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) beim rezidivierten oder refraktären großzelligen B-Zell-Lymphom (LBCL). Die Ergebnisse zeigen, dass die gegen CD19 gerichtete CAR-T-Zelltherapie mit Lisocabtagen maraleucel (Liso-cel) eine tiefere und dauerhaftere molekulare Remission erzielt als die Standardtherapie mit Salvage-Immunchemotherapie, Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (ASCT).
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Medizin

CAR-T-Stammgedächtniszellen erzielen in niedrigen Dosen komplette Remissionen ohne vorhergehende Chemotherapie

T-Stammzell-Gedächtniszellen (TSCM) erneuern sich selbst, überleben langfristig und können starke Anti-Tumor-Reaktionen erzeugen. Deshalb sind sie vielversprechende Kandidaten für CAR-T-Zelltherapien der nächsten Generation. Bisher fehlte der Nachweis für die Wirksamkeit beim Menschen. Ein Team unter Leitung von Prof. Luca Gattinoni vom Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) und Dr. James Kochenderfer vom National Cancer Institute berichtet in der Fachzeitschrift Cell, dass CAR-T-Zellen mit TSCM-Phänotyp in einer frühen klinischen Studie sicher und verträglich waren [1]. Zudem bewirkten sie in niedrigen Dosen komplette Tumorrückbildungen – und das ohne eine chemotherapeutische Vorbehandlung.
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Im Spotlight
DBAS: Häm-Globin-Balance als therapeutischer Ansatz
Präklinische Studie

DBAS: Häm-Globin-Balance als therapeutischer Ansatz

Das Diamond-Blackfan-Anämie-Syndrom (DBAS) zählt zu den seltenen kongenitalen Knochenmarkversagenssyndromen und bietet nur begrenzte therapeutische Optionen. Eine Arbeitsgruppe der University of Washington verfolgt nun einen innovativen Ansatz: Sie untersuchte Bitopertin, einen oralen Inhibitor des Glycintransporters 1 (SLC6A9), der die Hämsynthese drosselt und damit potenziell ein pathophysiologisch zentrales Ungleichgewicht korrigieren könnte.
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Medizin

AML: Zulassungsempfehlung für Decitabin/Cedazuridin plus Venetoclax

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung für die Kombination aus Decitabin, Cedazuridin und Venetoclax zur Therapie von Erwachsenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML), für die eine Standard-Induktionschemotherapie nicht in Frage kommt, empfohlen. Im Falle einer Zulassung erweitert sich damit die Indikation der Kombination aus Decitabin und Cedazuridin, die seit September 2023 bereits als Monotherapie für Erwachsene mit neu diagnostizierter AML, für die eine Standard-Induktionschemotherapie (SIC) nicht in Frage kommt, zugelassen ist.
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Medizin
Wie sich Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entwickelt

Wie sich Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entwickelt

Kinder mit Down-Syndrom besitzen ein hohes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute, des Great Ormond Street Hospital und ihrer Kooperationspartner hat herausgefunden, wie sich einzelne Zellen des blutbildenden Systems der Betroffenen verändern, sodass über eine Krebsvorstufe Leukämie entsteht. Die Forschenden haben so die betroffenen genetischen Programme identifiziert, und einen Ansatzpunkt für eine Therapie der myeloischen Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom gefunden [1].
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Hodgkin-Lymphom

Hodgkin Lymphom: Standardchemotherapie auch bei älteren Patient:innen effektiv

Ältere Patient:innen mit klassischem Hodgkin-Lymphom (cHL) haben im Vergleich zu jüngeren Menschen häufig schlechtere Behandlungsergebnisse. Ursache sind vor allem Begleiterkrankungen und funktionelle Einschränkungen, die die Verträglichkeit intensiver Chemotherapien beeinträchtigen. Eine retrospektive Studie zeigt nun, dass Standardtherapien auch bei älteren Patient:innen gute Resultate erzielen können und dass das Lebensalter allein kein ausreichendes Kriterium für Therapieentscheidungen ist.
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Medizin
expanda Hämophilie und Hämostase 2026

Von-Willebrand-Erkrankung: Leitlinien-Update und neue Daten zur Prophylaxe

Im Rahmen des Online-Seminars „expanda Hämophilie und Hämostase" referierte Dr. med. Carmen Escuriola-Ettingshausen, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in der Praxisgemeinschaft am Hämophilie-Zentrum Rhein Main (HZRM) in Frankfurt, über aktuelle Entwicklungen bei der Von-Willebrand-Erkrankung. In diesem Video gibt sie einen Überblick über den Stand der internationalen Leitlinien und stellt neue Studiendaten zur Langzeitprophylaxe mit plasmatischen und rekombinanten Von-Willebrand-Faktor-Konzentraten vor.
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DLBCL
FGR-Protein könnte Hochrisiko-Subgruppe beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom identifizieren

FGR-Protein könnte Hochrisiko-Subgruppe beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom identifizieren

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) zeigt trotz Standardtherapie eine hohe Variabilität im klinischen Verlauf. Chinesische Forschende haben nun das Protein FGR als potenziellen Biomarker untersucht: In einer kleinen retrospektiven Studie mit 91 hochselektierten Patient:innen war eine hohe FGR-Expression im Tumorgewebe mit mehr Rezidiven und schlechterem Überleben assoziiert – vor allem im Non-GCB-Subtyp.
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