Journal Hämatologie

Aktuelles

Die Graft-versus-Host-Reaktion (Graft-versus-Host-Desease, GvHD) zählt zu den schwersten Komplikationen nach einer Stammzelltransplantation. Hierbei handelt es sich um eine Reaktion von transplantierten Immunzellen gegen den Wirtsorganismus. Neue Therapieansätze mit dem Antikörper Tregalizumab zielen darauf ab, das immunologische Gleichgewicht gezielt wiederherzustellen. Das Biotech-Start-up T-Balance Therapeutics treibt die klinische Entwicklung dieses Wirkstoffs voran. Für das junge Unternehmen stellte die jahrelange Entwicklungsarbeit eine finanzielle Herausforderung dar. Durch die steuerliche Forschungszulage und die strategische Begleitung durch PFIF Partner für Innovation & Förderung erhielt das Unternehmen von 2020 bis 2025 eine Förderung in Höhe von rund einer Million Euro und sicherte so den Forschungsprozess nachhaltig ab.
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Mutationen im FLT3-Gen finden sich bei rund 30% der erwachsenen Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML). Sie sind mit einer ungünstigen Prognose assoziiert. Seit der RATIFY-Studie gilt die Kombination von Midostaurin mit intensiver Chemotherapie (IC) als Standardtherapie, doch umfassende Real-World-Daten über das gesamte Erwachsenenalter und beide Mutationstypen (ITD und TKD) hinweg waren bislang limitiert. Die retrospektive PETHRATIFY-Studie analysierte nun anhand des PETHEMA-Registers 1658 Erwachsene mit neu diagnostizierter FLT3-mutierter AML aus 129 Zentren.
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Medizin
 4 Min|
Stammzellspende zwischen Regulierung und Innovation
ZRKD-Jahrestagung

Stammzellspende zwischen Regulierung und Innovation

Die Blutstammzellspende ist im Wandel: technologisch, regulatorisch und wissenschaftlich. Bei der Jahrestagung des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland (ZKRD) trafen sich Fachleute aus Medizin und Forschung sowie Vertreter:innen aus dem Netzwerk der Blutstammzellspende, um gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auf der Agenda standen u. a. die bevorstehende EU-SoHO-Verordnung, das neue Qualitätssiegel des ZKRD sowie wegweisende Erkenntnisse zum Epitope Engineering und zur GvHD-Prophylaxe. Eines wurde dabei deutlich: Hinter jedem Fortschritt steht dasselbe Ziel: schwerkranken Menschen schnellstmöglich eine Chance auf ein neues Leben zu geben.
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DLBCL
 4 Min|
POLARGO-Studie: Polatuzumab Vedotin plus R-GemOx senkt Sterberisiko bei rezidiviertem/refraktärem DLBCL

POLARGO-Studie: Polatuzumab Vedotin plus R-GemOx senkt Sterberisiko bei rezidiviertem/refraktärem DLBCL

Für Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (RR DLBCL), die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht infrage kommen, bleibt die Prognose ungünstig. Die randomisierte Phase-III-Studie POLARGO hat geprüft, ob sich durch die Ergänzung von Polatuzumab Vedotin zu Rituximab, Gemcitabin und Oxaliplatin (R-GemOx) das Überleben in dieser Patientengruppe verbessern lässt.
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Medizin
 3 Min|
Neue Daten zu Faktortherapien bei Hämophilie
ISTH 2026

Neue Daten zu Faktortherapien bei Hämophilie

Auf dem Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) 2026 in Paris wurden neue Studiendaten zu Efanesoctocog alfa und Eftrenonacog alfa vorgestellt. Sie betreffen unter anderem den Langzeit- und perioperativen Einsatz sowie den Schutz vor Gelenkveränderungen. Rund zwei Jahre nach der EMA-Zulassung von Efanesoctocog alfa zeigt sich damit auch im klinischen Alltag die Weiterentwicklung der Faktortherapie.
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Medizin
 3 Min|
T-Zellen bei Multiplem Myelom und AML nur teils aktiviert

T-Zellen bei Multiplem Myelom und AML nur teils aktiviert

Ein Team unter der Leitung von Forschenden aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Stammzellinstitut HI-STEM* sowie der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) hat beim Multiplen Myelom und bei akuter myeloischer Leukämie die T-Zellen im Knochenmark charakterisiert: Eine definierte Gruppe tumorreaktiver T-Zellen kann Krebszellen erkennen und grundsätzlich bekämpfen, ist aber häufig nicht ausreichend aktiviert. Trotzdem hat die Anzahl dieser Zellen Einfluss auf die Prognose. Eine spezielle Gensignatur weist die tumorreaktiven T-Zellen aus und könnte den Erfolg von Immuntherapien vorhersagen.
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Medizin
 3 Min|
Chronische lymphatische Leukämie: EU-Zulassung für Pirtobrutinib in der Erstlinie

Chronische lymphatische Leukämie: EU-Zulassung für Pirtobrutinib in der Erstlinie

Die Europäische Kommission hat Pirtobrutinib als ersten und einzigen nicht-kovalenten (reversiblen) Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor für die Behandlung Erwachsener mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) ab der Erstlinie zugelassen [1]. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studien BRUIN-CLL-314 und BRUIN-CLL-313. Diese zeigten erstmalig die Wirksamkeit von Pirtobrutinib im Head-to-Head-Vergleich mit dem bisherigen Standard Ibrutinib bzw. Chemo-Immuntherapie (Bendamustin + Rituximab) bei Therapie- und BTKi-naiven CLL-Patient:innen bei bekanntem guten Verträglichkeitsprofil [2,3]. Künftig kann Pirtobrutinib damit auch bei therapie-naiven erwachsenen CLL-Patient:innen eingesetzt werden [1]. Bislang war Pirtobrutinib in Deutschland zur Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem Verlauf der CLL (r/r CLL) nach Vorbehandlung mit kovalenten BTKi (cBTKi) zugelassen sowie zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären Mantelzell-Lymphoms (MCL) nach BTKi-Vortherapie [1].
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Multiples Myelom
 3 Min|

Überlebensvorteile durch Teclistamab beim multiplen Myelom nach ein bis drei Vortherapien

Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper, der gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und CD3 gerichtet ist. Seine Wirksamkeit als Monotherapie in frühen Therapielinien beim rezidivierten oder refraktären multiplen Myelom (r/r MM) war bislang unklar. Eine internationale randomisierte Phase-III-Studie mit 593 Patient:innen, die zuvor ein bis drei Therapielinien einschließlich eines Anti-CD38-Antikörpers und Lenalidomid erhalten hatten, liefert nun neue Ergebnisse. Teclistamab verbesserte das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) signifikant im Vergleich zur Standardtherapie mit Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason oder Carfilzomib und Dexamethason. Die Rate kompletter Remissionen war unter Teclistamab deutlich höher, allerdings traten auch Infektionen vom Grad 3 oder 4 häufiger auf.
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Medizin
 4 Min|
EBMT 2026

Erfolgsfaktoren für CAR-T-Zelltherapien beim r/r DLBCL

Was ist das therapeutische Potenzial von CAR-T-Zelltherapien bei Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) ab der Zweitlinie? Das diskutierten Fachärzt:innen der Hämatoonkologie anlässlich der 52. Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) in Madrid, Spanien. Als kritische Faktoren für einen kurativ intendierten Behandlungsansatz mit etwa Axicabtagen ciloleucel nannten die Expert:innen unter anderem eine sorgfältige Patientenselektion, einen möglichst frühzeitigen Therapiestart sowie ein strukturiertes Management möglicher Nebenwirkungen. So seien mittlerweile laut Einschätzung von Dr. Birte Friedrichs, Düsseldorf, beispielsweise CAR-T-bedingte, höhergradige Toxizitäten größtenteils mit proaktiven Managementstrategien beherrschbar.
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Hämophilie
 2 Min|
ISTH 2026

Hämophilie A: Starker Blutungsschutz für langfristiges Wohlbefinden

Bei der Behandlung von Patient:innen mit Hämophilie A geht es heutzutage um mehr als nur das Blutungsrisiko zu minimieren. Die zur Verfügung stehenden Medikamente ermöglichen den Patient:innen, aktiv und ohne Einschränkungen am täglichen Leben teilzunehmen – und das bei deutlich geringerer Belastung durch die Therapie. Dadurch fühlen sich viele Patient:innen auch mental weniger belastet [1, 2].
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Follikuläres Lymphom
 2 Min|
Follikuläres Lymphom: Epcoritamab-Kombinationstherapie ab dem 1. Rezidiv zugelassen

Follikuläres Lymphom: Epcoritamab-Kombinationstherapie ab dem 1. Rezidiv zugelassen

Die Herausforderung in der Behandlung des follikulären Lymphoms (FL) liegt im Rezidiv. Hier kann ab sofort der bispezifische Antikörper Epcoritamab zusammen mit Rituximab und Lenalidomid (R2) in allen Therapielinien eingesetzt werden. Gegenüber R2 alleine zeigte sich die neue Therapiekombination sowohl beim progressionsfreien Überleben als auch bei der Gesamtansprechrate signifikant überlegen.
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Medizin
 4 Min|
Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren
EHA 2026

Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren

Umfangreiche Phase-III-Daten bei Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (CLL/SLL) im Alter von 80 Jahren und älter zeigen einen anhaltenden Nutzen von Zanubrutinib nach nahezu 6,5 Jahren Nachbeobachtung. Die Daten, die zu den bislang größten Datensätzen älterer Patient:innen mit therapienaiver CLL zählen, wurden auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) 2026 in Stockholm präsentiert. Im Fokus stehen damit gerade jene Patient:innen, die in der klinischen Praxis häufig behandelt werden, in zulassungsrelevanten Studien jedoch bislang nur begrenzt vertreten waren.
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Medizin
 2 Min|
Akute Leukämien: Mutationen eröffnen gezieltere Therapieansätze

Akute Leukämien: Mutationen eröffnen gezieltere Therapieansätze

Forschende des NCT Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben erstmals systematisch ermittelt, wie bestimmte Mutationen Akute Myeloische Leukämien fördern. Die Ergebnisse zeigen, warum sich IDH1- und IDH2-mutierte Leukämien trotz ähnlicher molekularer Mechanismen unterschiedlich entwickeln, und eröffnen neue Ansätze für Diagnostik und zielgerichtete Therapien [1].
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