Journal Hämatologie

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EHA 2026
DLBCL
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Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome: Tafasitamab + Lenalidomid verstärkt Wirkung von R-CHOP

Es kommt Bewegung in die Erstlinientherapie aggressiver Non-Hodgkin-Lymphome: Patient:innen mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) sowie anderen hochgradigen B-Zell-Lymphomen (HGBL) profitieren von der Zugabe von Tafasitamab und Lenalidomid zum 2 Jahrzehnte alten Standard R-CHOP, wie die bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellte Phase-III-Studie frontMIND nahelegt [1].
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AML
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RR/MRD+ AML: Switchable allogene CAR-T-Zellen zeigen vielversprechende Aktivität

In einer Phase-IA-Studie konnten erstmals bei Erkrankten mit CD123‑positiver rezidivierter/refraktärer (RR) oder messbare Resterkrankung‑positiver (MRD+) akuter myeloischer Leukämie (AML) mit Hilfe einer gegen CD123 gerichteten „switchable“ allogenen CAR‑T‑Technologie tiefe und anhaltende Remissionen bei handhabbarem Sicherheitsprofil erreicht werden. Prof. Dr. Martin Wermke vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stellte die aus seiner Sicht „extrem vielversprechenden“ Daten beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 als Late Breaking Abstract vor [1].
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Hämophilie
Auf den Ausgleich kommt es an: Effektives Rebalancing mit Marstacimab bei Hämophilie

Auf den Ausgleich kommt es an: Effektives Rebalancing mit Marstacimab bei Hämophilie

Rebalancing-Strategien sind ein neuer Ansatzpunkt im Management der Hämophilie. Sie weisen das Potential auf, das natürliche Gleichgewicht zwischen Blutung und Gerinnung wiederherzustellen. Der monoklonale Antikörper Marstacimab zielt gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor, wodurch die FXa- und Thrombinproduktion gesteigert und das gestörte Hämostasegleichgewicht ausbalanciert wird.
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EHA 2026
Diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL)
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DLBCL: Real-world-Analyse deutet auf Überlebensvorteil mit Polatuzumab Vedotin-Kombination in asiatischer Studienkohorte hin

Frühe Daten einer Real-world-Analyse deuten auf einen signifikanten Überlebensvorteil mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Polatuzumab Vedotin (Pola) plus R-CHP* im Vergleich zu R-CHOP** bei asiatischen Patient:innen mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) hin, insbesondere bei hohem Risikoprofil (IPI-Score 3 –5) und beim nicht keimzentrumsartigen (GCB)-Subtyp. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress vorgestellt [1].
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Bi-specific t-cell engager conceptual illustration
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MonumenTAL-3: Neuer T-Zell-Engager beim Multiplen Myelom in früheren Therapielinien?

Beim Multiplen Myelom (MM) haben neben Immunmodulatoren, Proteasom-Inhibitoren, CD38-Antikörpern und CAR-T-Zellen auch bispezifische Antikörper, v.a. T-Zell-Engager, in den letzten Jahren die Therapie umgekrempelt. Talquetamab, bisher in späteren Therapielinien eingesetzt, scheint einer bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellten Phase-III-Studie zufolge auch in frühen Stadien bemerkenswerten Erfolg zu haben [1].
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AML
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14- vs. 28-Tages-Schema von Ven/Aza: Gleichwertigkeit nicht bei allen molekularen Subgruppen

Die Kombination aus dem BCL2-Inhibitor Venetoclax (Ven) und der hypomethylierenden Substanz Azacitidin (Aza) – mit kontinuierlichem Ven über 28-Tage (AV28) – ist Erstlinien-Standard für Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML), die für eine intensive Chemotherapie nicht geeignet sind. Im klinischen Alltag wird Ven allerdings häufig mit verkürzter Dauer verabreicht, ohne dass dafür belastbare Evidenz vorliegt. In der randomisierten Phase-II-Studie OPTI-AML wurde das Standardschema erstmals direkt mit einer verkürzten Ven-Applikation über 14 Tage (AV14) verglichen. Wie beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 zu hören war, war das verkürzte Schema dem Standard im Hinblick auf die nach 2 Zyklen erreichte Rate an kompletten Remissionen (CR) nicht gleichwertig, zumindest nicht bei bestimmten molekularen Subgruppen [1].
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Graft Versus Host Disease
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Refraktäre cGvHD: Belumosudil + Ruxolitinib zeigt hohe Ansprechraten

Stammzelltransplantierte Patient:innen mit fortgeschrittener chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) nach mehreren Vortherapien benötigen eine gleichzeitige Blockade multipler Signalwege. Eine auf dem EHA präsentierte multizentrische Studie belegt die Wirksamkeit und Sicherheit der dualen JAK/ROCK-Inhibition bei Patienten mit mehrfach vorbehandelter, Ruxolitinib-refraktärer cGvHD [1].
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GvHD
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Calcineurin- und mTOR-Inhibitor-freie GvHD-Prophylaxe nach alloSCT – frühe Daten aus Phase-I/II

Ein neues Prophylaxe-Regime aus Post-Transplant-Cyclophosphamid (PTC), Bortezomib und Abatacept (=ABC) soll die Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) verhindern – ohne Calcineurin- oder mTOR-Inhibitoren und mit einer geplanten Gesamtdauer von nur 4 Wochen. In der laufenden Phase-I/II-Studie (NCT06681922)* waren akute und chronische GvHD-Raten bislang niedrig; eine PTC-Dosisreduktion ging mit schnellerem Engraftment einher, ohne dass in den bislang verfügbaren Daten Nachteile bei GvHD, Rezidiv oder Immunrekonstitution sichtbar wurden [1].
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Gesundheitspolitik

Sparpaket für Gesundheitsausgaben in Bundestag und Bundesrat

Das heftig umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben startet ins parlamentarische Verfahren. Ministerin Nina Warken (CDU) bringt am Freitag ihren Entwurf in den Bundestag ein, der die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro entlasten und damit höhere Zusatzbeiträge verhindern soll. Parallel befasst sich auch der Bundesrat mit den Plänen und dürfte etliche Kritikpunkte anmelden. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche. Auf Versicherte kommen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartner:innen zu. Die Koalition strebt an, das Gesetz bis zur Sommerpause Mitte Juli zu besiegeln.
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EHA 2026
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Hodgkin-Lymphom: Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Langzeitüberlebenden

Die meisten Patient:innen mit klassischem Hodgkin-Lymphom werden geheilt – die 5-Jahres-Überlebensrate liegt mittlerweile bei über 95%, selbst bei jüngeren Patient:innen mit fortgeschrittener Erkrankung. Allerdings erleiden etwa 10% innerhalb der ersten fünf Jahre ein Rezidiv und benötigen dann intensive Salvage-Chemotherapie mit Hochdosistherapie und autologer Stammzelltransplantation. Um die Nachsorge zu verbessern, ist es wichtig zu verstehen, wie sich ein Rezidiv auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkt. Eine auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) präsentierte Studie mit 872 Langzeitüberlebenden zeigt nun: Während globale Gesundheit und körperliche Funktionsfähigkeit bei Patient:innen mit und ohne Rezidiv ähnlich sind, berichten Rezidiv-Überlebende über eine konsistent höhere Symptombelastung, selbst mehr als ein Jahrzehnt nach der Diagnose.
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t(14;16)-Translokation kennzeichnet neuen Hochrisiko-Subtyp bei unreifer T-ALL und MPAL
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t(14;16)-Translokation kennzeichnet neuen Hochrisiko-Subtyp bei unreifer T-ALL und MPAL

Ein beim EHA-Kongress 2026 vorgestellter Abstract weist auf einen genetisch definierten Hochrisiko-Subtyp unreifer T-ALL und Mixed-Phenotype Acute Leukemia (MPAL) hin, der durch eine rekurrente t(14;16)(q32;q24)-Translokation charakterisiert ist. Die betroffenen Fälle waren durch ektopische Aktivierung von FOXF1 und FENDRR, einen unreifen Immunphänotyp mit Expression B-lymphoider Marker und Refraktärität gegenüber Erstlinientherapien gekennzeichnet. Ex-vivo-Daten deuten zudem auf potenzielle therapeutische Vulnerabilitäten hin.
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XPO1-Inhibition als therapeutischer Ansatz bei Hochrisiko-B-ALL mit CDX2/UBTF-Alteration

Die CDX2/UBTF B-Zell akute lymphatische Leukämie (B-ALL) ist ein erst kürzlich beschriebener Subtyp bei Erwachsenen, der durch zwei charakteristische Veränderungen gekennzeichnet ist: eine starke ektopische Expression des CDX2-Gens und das Vorhandensein des chimären Fusionsproteins UBTF::ATXN7L3. Diese Entität geht mit einem sehr schlechten Therapieansprechen einher – die 3-Jahres-Rezidivrate liegt bei 75%. Eine internationale Forschungsarbeit, die auf der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm präsentiert wurde, identifizierte nun XPO1-Inhibitoren als vielversprechende therapeutische Strategie.
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Venetoclax bei neu diagnostizierter AML: Wirksamkeit abhängig vom genetischen Risiko, nicht von der Therapiedauer
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Venetoclax bei neu diagnostizierter AML: Wirksamkeit abhängig vom genetischen Risiko, nicht von der Therapiedauer

Der BCL2-Inhibitor Venetoclax (Ven) in Kombination mit einer hypomethylierenden Substanz (HMA) ist die Standardtherapie für unfitte Patient:innen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (ND‑AML); Ven wird dabei üblicherweise über 28 Tage pro Zyklus gegeben [1]. Um sich der bestmöglichen Ven-Dauer über verschiedene Risikogruppen von ND-AML-Erkrankten hinweg anzunähern, führten Forschende der Mayo Clinic, Rochester, MN, USA, eine retrospektive Untersuchung zu Überlebens-Outcomes unter üblicher und verkürzter Ven-Dauer durch. Die Daten wurden beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) als Poster vorgestellt [2].
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NHL
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RR DLBCL: Glofitamab + GemOx unabhängig von prognostischen Markern TMTV und ctDNA überlegen wirksam

Der CD20xCD3‑bispezifische Antikörper Glofitamab ist in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin (Glofit-GemOx) bei Erkrankten mit vorbehandeltem rezidivierten/refraktären diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (RR DLBCL) zugelassen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) infrage kommen. Grundlage bildete die Phase-III-Studie STARGLO, die nach 3 Jahren signifikante Verbesserungen von Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreiem Überleben (PFS) vs. Rituximab-GemOx (R‑GemOx) gezeigt hatte [1]. In einer aktuellen STARGLO-Analyse, vorgestellt beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026, konnten die Marker basales totales metabolisches Tumorvolumen (TMTV) und zirkulierende Tumor‑DNA (ctDNA) zu Therapiebeginn und longitudinal als prognostische Biomarker identifiziert und zur Vorhersage langfristiger Therapieergebnisse genutzt werden. Glofit-GemOx blieb gegenüber R-GemOx überlegen wirksam, unabhängig vom Status der Biomarker [2].
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CLL: Hinzunahme von Venetoclax ist wirksame Strategie bei Resistenz gegenüber BTK-Inhibition

Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren (BTKi) spielen in der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) eine tragende Rolle. Allerdings können Resistenzmutationen in den Genen BTK und PLCG2 zur Resistenz gegenüber BTKi und zur Progression der Erkrankung führen. Eine beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellte Phase-II-Studie untersuchte eine Strategie, dieser Resistenzbildung proaktiv zu begegnen. Erkrankte mit CLL, bei denen unter Therapie mit dem BTKi Ibrutinib eine Resistenzmutation nachgewiesen wurde, erhielten zusätzlich Venetoclax. Dies führte zur Rückentwicklung der Mutationen, verlängerte das progressionsfreie Überleben (PFS) und ermöglichte den Erkrankten außerdem ein Absetzen der Therapie [1].
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Nachhaltiger klinischer Nutzen von Belantamab Mafodotin bei RRMM auch bei hohem Risiko
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Nachhaltiger klinischer Nutzen von Belantamab Mafodotin bei RRMM auch bei hohem Risiko

Therapien, die auf das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) abzielen, haben die Behandlungslandschaft beim rezidivierten/refraktären multiplen Myelom (RRMM) grundlegend verändert. Bereits in der Erstanalyse der DREAMM-8-Studie, in der Belantamab Mafodotin (BPd) untersucht worden war, zeigte sich eine deutliche Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) im BPd-Arm. Während des EHA-Kongresses wurde eine Post-hoc-Analyse der Patient:innen vorgestellt, die im BPd-Arm der DREAM-8-Studie sehr lange überlebt hatten [1].
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