Journal Hämatologie

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Gesundheitspolitik

Kampf gegen Arzneimittel-Engpässe: EU fördert Medikamenten-Herstellung in Europa

Im Kampf gegen Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten in der EU haben sich Unterhändler:innen in Brüssel auf Regeln geeinigt, um die Produktion von Arzneimitteln leichter mit öffentlichen Geldern unterstützen zu können. Das teilten die Vertreter:innen des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten mit. Europa soll dadurch weniger abhängig von einzelnen Lieferant:innen und der Herstellung außerhalb des Kontinents werden.
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Gesundheitspolitik

Ärztepräsident fordert Aufschub für Sparpaket

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Aufschub für die Verabschiedung des Sparpakets zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen. Es soll eigentlich noch vor der parlamentarischen Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden. Reinhardt sagte nun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Ein so weitreichendes Gesetz kann man nicht mit der Brechstange durchdrücken.“ Vor dem heute beginnenden Ärztetag mahnte er: „Vor der Sommerpause sollte gar nichts entschieden werden.“ Alle Beteiligten brauchten ausreichend Zeit, die vorgesehenen Maßnahmen auf ihre Auswirkungen für die Patientenversorgung zu prüfen, argumentierte der Ärztepräsident. „Stattdessen sollte die Bundesgesundheitsministerin alle Beteiligten, auch den Bundesfinanzminister, an einen Tisch bringen, um tragfähige Alternativkonzepte entlang klar definierter Zielmarken zu entwickeln“, schlug Reinhardt vor.
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Medizin
Präzise Diagnostik verbessert Behandlung von kindlicher Leukämie

Präzise Diagnostik verbessert Behandlung von kindlicher Leukämie

Wenn bei Kindern eine akute lymphatische Leukämie (ALL) diagnostiziert wird, kommt es auf jedes Detail an. Am UKW werden künftig Proben aus ganz Deutschland genetisch analysiert, um die Erkrankung genauer zu klassifizieren. Die genetische Diagnostik stellt sicher, dass die jungen Patient:innen entsprechend ihres individuellen Krankheitsprofils behandelt werden. Dadurch verbessern sich Heilungschancen und Langzeitfolgen können drastisch reduziert werden. Neben der Routinediagnostik erforscht das Institut für Klinische Genetik und Genommedizin am UKW neue Methoden, um Leukämien noch besser zu verstehen. Dabei kommen zunehmend KI-gestützte Verfahren zum Einsatz.
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Gesundheitspolitik

Neuregelungen für mehr Nierenspenden

Dringend benötigte Nierentransplantationen für schwerkranke Patient:innen sollen künftig öfter möglich werden. Der Bundesrat billigte ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz, das bisher enge Grenzen für Organentnahmen bei lebenden Spendern weiter fasst. Damit wird der Kreis möglicher Spender:innen und Empfänger:innen vergrößert. Aufgehoben wird die Regel, dass Lebendspenden nur zulässig sind, wenn es kein Organ eines Gestorbenen gibt.
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Medizin
Vier Leukämie-Stammzell-Subtypen erklären Therapieversagen bei AML

Vier Leukämie-Stammzell-Subtypen erklären Therapieversagen bei AML

Wissenschaftler:innen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Stammzell-Institut HI-STEM* haben einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, der zum Therapieversagen bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) beiträgt. Sie zeigen, dass es nicht nur einen, sondern vier unterschiedliche Subtypen von Leukämie-Stammzellen gibt. Diese Vielfalt könnte erklären, warum eines der wichtigsten AML-Medikamente bei manchen Patient:innen nicht ausreichend wirkt oder im Verlauf seine Wirksamkeit verliert – mit der Folge, dass die Leukämie zurückkehrt. Die Entdeckung schafft eine wichtige Grundlage für präzisere und langfristig erfolgreichere Behandlungsstrategien, die Resistenzmechanismen gezielt überwinden könnten.
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Gesundheitspolitik

Merkels Krisenmanager für bessere Pandemie-Vorsorge

Der frühere Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) fordert eine stärkere Rolle des Bundes für den Fall einer künftigen Pandemie. Während der Corona-Pandemie habe es durch die föderale Zuständigkeitsverteilung „die unterschiedlichsten Regelungen“ in den Bundesländern gegeben, sagte der heutige Präsident der Universität Lübeck vor der Corona-Enquete-Kommission des Bundestags. Dies sei „in der Sache schwierig“ gewesen und habe in der Bevölkerung zu Verwirrung geführt. Deshalb solle im Pandemiefall „die Verantwortung des Bundes“ gestärkt werden.
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Gesundheitspolitik

Mehr staatliche Unterstützung für Pflegeheime nötig

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern Bund und Länder zu einer höheren Kostenbeteiligung auf, um die Pflegeversicherung zu entlasten. „Die Pflegeversicherung steht vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Einführung vor 31 Jahren“, sagte der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, der „Rheinischen Post“. „Bisher drücken sich die Bundesländer davor, die Investitionskosten in den Pflegeheimen zu übernehmen. Würden sie hier ihre Aufgabe wahrnehmen, könnten alle Pflegeheimbewohner:innen sofort um durchschnittlich rund 500 Euro pro Monat entlastet werden“, sagte er.
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Follikuläres Lymphom
Obinutuzumab vs. Rituximab: Neue Real-World-Daten zur Transformation bei Follikulären Lymphomen

Obinutuzumab vs. Rituximab: Neue Real-World-Daten zur Transformation bei Follikulären Lymphomen

Die histologische Transformation vom Follikulären Lymphom (FL) zum aggressiven diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) stellt ein kritisches Ereignis im Krankheitsverlauf dar und ist mit einer deutlich reduzierten Überlebenszeit assoziiert. Während Rituximab nachweislich die Transformationsrate senkt, fehlten bislang robuste Real-World-Daten zum Anti-CD20-Antikörper der dritten Generation, Obinutuzumab. Eine große retrospektive Kohortenstudie aus Israel liefert nun Evidenz aus der klinischen Routine.
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Gesundheitspolitik

Luftrettung: Sparpaket der Krankenkassen gefährdet Standorte

Die ADAC Luftrettung warnt vor negativen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets. „Sollte der Gesetzentwurf unverändert umgesetzt werden, drohen mittelfristig Einschränkungen von Leistungen oder sogar die Schließung einzelner Luftrettungsstationen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Frédéric Bruder. Das gefährde die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Luftrettung.
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Gesundheitspolitik

Starker Anstieg bei der Pflegebedürftigkeit

Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen Geld von der Pflegeversicherung – vor allem, weil bei den jüngeren Jahrgängen die Zahl der Leistungsbezieher gestiegen ist. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Forschungsinstitut IGES für den Spitzenverband der Krankenkassen erstellt hat. Der Bericht ist vor allem im Hinblick auf die angekündigte Pflegereform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) brisant. Umgehend begann eine Debatte über mögliche Einsparungen. Der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten ist laut IGES zwischen 2017 und 2024 von 4,6% auf 7,6% gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Unter-65-Jährigen an den Leistungsbeziehern von 17,5 auf 23,8%, während der Anteil der älteren Semester leicht sank.
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Gesundheitspolitik

Das Apotheken-Netz schrumpft noch weiter

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 1977 gesunken. Ende März gab es bundesweit 16.541 Apotheken und damit 60 weniger als zum Jahreswechsel, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hervorgeht. Die Branche macht angesichts steigender Betriebskosten Druck für lange ausgebliebene Honoraranhebungen. Die Pharmaindustrie warnt vor getrübten Geschäftsaussichten durch das geplante Sparpaket der Bundesregierung. 
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Non-Hodgkin-Lymphom
Liso-cel erzielt tiefere und dauerhaftere molekulare Remission als Stammzelltransplantation beim großzelligen B-Zell-Lymphom

Liso-cel erzielt tiefere und dauerhaftere molekulare Remission als ASCT beim LBCL

Die randomisierte Phase-III-Studie TRANSFORM liefert erstmals Daten aus einer großen kontrollierten Studie zur prognostischen Bedeutung der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) beim rezidivierten oder refraktären großzelligen B-Zell-Lymphom (LBCL). Die Ergebnisse zeigen, dass die gegen CD19 gerichtete CAR-T-Zelltherapie mit Lisocabtagen maraleucel (Liso-cel) eine tiefere und dauerhaftere molekulare Remission erzielt als die Standardtherapie mit Salvage-Immunchemotherapie, Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (ASCT).
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Gesundheitspolitik

Versand von Abtreibungspillen in den USA gestoppt

In den USA hat ein Bundesberufungsgericht den Zugang zu Abtreibungspillen per Post vorläufig stark eingeschränkt. Ein Richtergremium in New Orleans setzte am Freitag eine Regelung der US-Arzneimittelbehörde FDA aus, die den Versand des Medikaments Mifepriston nach telemedizinischer Verschreibung erlaubt hatte. Damit dürfen Anbieter das Mittel vorerst nur noch persönlich in Kliniken oder Arztpraxen ausgeben.
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Gesundheitspolitik

Mehrheit gegen Kürzungen von Pflegeleistungen

Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt nach einer neuen Umfrage mögliche Kürzungen bei den Leistungen der Pflegeversicherung ab. So halten 77% der erwachsenen Bundesbürger einen erschwerten Zugang zu Pflegegraden für überhaupt oder eher „nicht akzeptabel“, wie die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Sozialverbands VdK zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
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Medizin

CAR-T-Stammgedächtniszellen erzielen in niedrigen Dosen komplette Remissionen ohne vorhergehende Chemotherapie

T-Stammzell-Gedächtniszellen (TSCM) erneuern sich selbst, überleben langfristig und können starke Anti-Tumor-Reaktionen erzeugen. Deshalb sind sie vielversprechende Kandidaten für CAR-T-Zelltherapien der nächsten Generation. Bisher fehlte der Nachweis für die Wirksamkeit beim Menschen. Ein Team unter Leitung von Prof. Luca Gattinoni vom Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) und Dr. James Kochenderfer vom National Cancer Institute berichtet in der Fachzeitschrift Cell, dass CAR-T-Zellen mit TSCM-Phänotyp in einer frühen klinischen Studie sicher und verträglich waren [1]. Zudem bewirkten sie in niedrigen Dosen komplette Tumorrückbildungen – und das ohne eine chemotherapeutische Vorbehandlung.
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