Journal Hämatologie

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BRUIN-CLL-322: Pirtobrutinib plus Venetoclax/Rituximab verlängert PFS bei vorbehandelter CLL
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BRUIN-CLL-322: Pirtobrutinib plus Venetoclax/Rituximab verlängert PFS bei vorbehandelter CLL

Der reversible, nicht-kovalente BTK-Inhibitor (BTKi) Pirtobrutinib ist seit März 2025 als Monotherapie zur Behandlung von Erkrankten mit rezidivierter/refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (RR CLL) zugelassen, die zuvor mit einem kovalenten BTK-Inhibitor behandelt wurden – basierend auf den positiven Daten der Phase-III-Studie BRUIN CLL-321 [1]. Aktuelle Daten der Phase-III-Studie BRUIN-CLL 322, vorgestellt als Late Breaking Abstract beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026, zeigen nun, dass Pirtobrutinib in der BTKi-vorbehandelten Situation bei der RR CLL auch in Kombination mit der Standardtherapie aus dem BCL2-Inhibitor (BCL2i) Venetoclax und dem Anti-CD20-Antikörper Ritiuximab (VR) hochwirksam ist. Die Addition von Pirtubrutinib zu VR verlängerte signifikant und in klinisch relevantem Ausmaß das progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber alleinigem VR [2].
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Fortschritt in der Therapie der Myelofibrose durch Ergänzung der Standardtherapie mit Selinexor
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Fortschritt in der Therapie der Myelofibrose durch Ergänzung der Standardtherapie mit Selinexor

Die Myelofibrose (MF) ist eine schwere myeloproliferative Neoplasie, die den Allgemeinzustand stark beeinträchtigt und eine reduzierte Lebenserwartung zur Folge hat. Derzeitiger Therapiestandard in der Erstlinie ist die Therapie mit JAK-Inhibitoren wie Ruxolitinib. Allerdings erreicht damit nur ein Drittel der Erkrankten eine Reduktion des Milzvolumens um ≥ 35% (SVR35). Auch die Symptomverbesserung, die Modifikation der Krankheitsbiologie und die Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) sind mit dem JAK-Inhibitor alleine moderat. Die beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 als Late Breaking Abstract präsentierte Phase-III-Studie SENTRY zeigte, dass die Kombination aus Ruxolitinib mit dem XPO1-Inhibitor Selinexor bei JAK-Inhibitor-naiven MF-Patient:innen alleinigem Ruxolitinib überlegen war und relevante Endpunkte wie SVR35 und das Gesamtüberleben klinisch relevant verbesserte [1].
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Multiples Myelom
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Hochrisiko-Smouldering-Myelom: Tieferes Ansprechen und längere progressionsfreie Zeit mit Teclistamab vs. Rd

Der gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und CD3 gerichtete bispezifische Antikörper Teclistamab führt bei Erkrankten mit Hochrisiko-Smouldering-Myelom (HR-SMM) im Vergleich zu Lenalidomid/Dexamethason (Rd) zu tieferen Remissionen, erhöhter MRD (messbare Resterkrankung)-Negativität und einem verlängerten progressionsfreien Überleben (PFS). Das zeigen die Daten der Phase-II-Studie Immuno-PRISM, die als Late Breaking Abstract beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 präsentiert wurden [1].
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Primäre ITP: Immun-Reprogrammierung und anhaltende Remissionen mit BCMA-CAR-T-Zelltherapie
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Primäre ITP: Immun-Reprogrammierung und anhaltende Remissionen mit BCMA-CAR-T-Zelltherapie

Eine CAR-T-Zelltherapie, die das B-Zellreifungsprotein (BCMA) als Zielstruktur adressiert, kann bei Patient:innen mit behandlungsrefraktärer, primärerer Immunthrombozytopenie (ITP) pathogene Immunreaktionen, die die Erkrankung treiben, umprogrammieren und anhaltende Remissionen auslösen. Das legen Phase-I-Daten aus China nahe, die beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellt wurden [1]. Dass es eine monozentrisch durchgeführte Phase-I-Studie mit nur vier Teilnehmenden sogar in die Late Breaking Abstract Session des Kongresses schafft, ist eine Rarität und ein Hinweis auf die potenzielle therapeutische Relevanz der Ergebnisse [1].
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Smoldering Multiples Myelom mit hohem Risiko: Erste Ergebnisse zum frühen Einsatz des T-Zell-Engagers Elranatamab in Phase-II-Studie ERASMM
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Smoldering Multiples Myelom mit hohem Risiko: Erste Ergebnisse zum frühen Einsatz des T-Zell-Engagers Elranatamab in Phase-II-Studie ERASMM

Ein früher Einsatz eines Immunzell-stimulierenden bi-spezifischen Antikörpers (T-Zell-Engager) könnte beim Smoldering Multiplen Myelom (SMM) sinnvoll sein, da zu diesem Zeitpunkt das Immunsystem nicht durch vorangegangene Therapien beeinträchtigt ist. In der Phase-II-Studie ERASMM wurde der T-Zell-Engager Elranatamab (Elra; anti-BCMA-/anti-CD3-Antikörper) bei Patient:innen mit SMM untersucht. Erste Ergebnisse präsentierte Dr. Cyrille Touzeau, Nantes, Frankreich, auf dem EHA-Kongress [1].
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RR NHL: CD19/CD20-adressierende In-vivo-CAR-T-Zelltherapie LB2051 zeigt vielversprechende Aktivität bei guter Verträglichkeit
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RR NHL: CD19/CD20-adressierende In-vivo-CAR-T-Zelltherapie LB2051 zeigt vielversprechende Aktivität bei guter Verträglichkeit

In‑vivo‑CAR‑T‑Zellen, die in Patient:innen selbst erzeugt werden und keine Lymphodepletion erfordern, könnten in Zukunft möglicherweise eine Off-the-shelf-Alternative für Ex‑vivo‑CAR‑T‑Zelltherapien bei Erkrankten mit rezidivierten/refraktären Non-Hodgkin-Lymphomen (RR NHL) darstellen. Das zumindest legen vorläufige Daten einer Phase-I-Studie aus China mit einer First‑in‑Class In-vivo‑CAR-T-Zelltherapie mit dualem CD19/CD20‑Targeting nahe, die als Late Breaking Abstract beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellt wurden [1].
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Pädiatrische B-ALL: T-Zell-Engager wirksamer und weniger toxisch als Chemotherapie

Die Therapie der pädiatrischen akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie (B-ALL) ist eine Erfolgsgeschichte. Weil aber nicht alle Patient:innen geheilt werden können und überdies die Toxizität der sehr aggressiven Therapien hoch ist, führt zum Beispiel die Berlin-Frankfurt-Münster-Gruppe (BFM) in Zusammenarbeit mit der italienischen Associazione Italiana di Ematologia e Oncologia (AIEOP) weiter Therapieoptimierungsstudien durch. Mit einer Hochrisiko-Kohorte ihrer Phase-III-Studie 2017 hat dieses Konsortium nun einen weiteren Erfolg erzielt, den sie bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm präsentieren konnte.
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SUCCESSOR-2-Studie: Dreierkombi aus CELMoD Mezigdomid, Carfilzomib und Dexamethason senkt das Progressionsrisiko beim RRMM
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SUCCESSOR-2-Studie: Dreierkombi aus Mezigdomid, Carfilzomib und Dexamethason senkt das Progressionsrisiko beim RRMM

Es gibt – gerade im Zeitalter moderner Quadruplet-Therapien – immer mehr Erkrankte mit Multiplem Myelom (MM), die nach Versagen der Erstlinientherapie bereits Anti-CD38-Antikörper- und Lenalidomid(Len)-exponiert oder gar -refraktär sind, was die Behandlungsoptionen für die Zweitlinie einschränkt. Mit Mezigdomid, einem potenten CELMoD (Cereblon E3 Ligase Modulator) als Add-on zur Standardtherapie mit Carfilzomib und Dexamethason (Kd) konnte nun im Phase-III-Setting der SUCCESSOR-2-Studie gegenüber alleinigem Kd eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) von Erkrankten mit rezidiviertem/refraktärem (RRMM) und vorheriger Anti-CD38-Antikörper- und Len-Exposition erreicht werden – über alle Subgruppen hinweg. Damit qualifiziert sich die neue Triplette als ein möglicher neuer Behandlungsstandard ab der 2. Linie beim RRMM, wie bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2026 zu hören war [1].
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Hämophilie
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Presidential-Symposium II: Die Zukunft für Hämophilie-Patient:innen gestalten

Die Entwicklung der Hämophilie-Therapie lässt sich als ein Weg von einer lebensbedrohlichen Erkrankung hin zu einer heute weitgehend kontrollierbaren chronischen Erkrankung zusammenfassen. Als letzter Vortrag während des 2. Präsidentensymposiums beim EHA 2026 skizierte Dr. Pratima Chowdary, University Collage, London, diesen Weg und wies auf die Zukunft einer personalisierten Medizin auch für Hämophilie-Patient:innen hin [1].
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Neue krankheitsmodifizierende Medikation bei Sichelzellkrankheit

Anämie und Hämolyse sind die Hauptprobleme bei der Sichelzellkrankheit und Ursachen akuter und chronischer Komplikationen sowie erhöhter Mortalität. Ein Medikament, das bereits zur Behandlung der kongenitalen Pyruvatkinase-Defizienz zugelassen ist, scheint auch krankheitsmodifizierend bei der Sichelzellkrankheit zu wirken, wie eine bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellte globale Phase-III-Studie ergab.
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NHL
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Ermutigende Daten für R-Pola-mini-CHP vs. R-mini-CHOP bei älteren, gebrechlichen Erkrankten

Die laufende randomisierte akademische Phase‑III‑Studie POLAR BEAR der Nordic Lymphoma Group evaluiert, ob hochbetagte, gebrechliche Patient:innen mit diffus großzelligem B‑Zell‑Lymphom (DLBCL) vom Einbeziehen des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats (ADC) Polatuzumab Vedotin (Pola) in die erste Behandlungslinie profitieren können. Im Regime R-Pola-mini-CHP ersetzt Pola dabei das Zytostatikum Vincristin in R-mini-CHOP, dem Behandlungsstandard für ältere gebrechliche Population [1]. Erste Daten der Studie, die beide Kombinationsregime direkt miteinander vergleicht, seien ermutigend, berichtete Prof. Dr. Mats Jerkeman von der Lund University in Lund, Schweden, beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 [2].
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Wie man die Wirkung von bispezifischen T-Zell-Engagern optimieren könnte

T-Zell-Engager sind bispezifische Antikörper, die an Antigene auf Tumorzellen und auf zytotoxischen T-Lymphozyten zugleich binden und dadurch die T-Zellen direkt zur Lyse der malignen Zelle veranlassen – so zumindest die Theorie. Die Wirkung ist aber nicht sicher vorherzusagen, was einerseits an Escape-Mechanismen der Tumorzellen liegen, andererseits aber auch durch Hemmung der T-Zellen bedingt sein kann. Chinesisch-amerikanische Hämatologen haben einen solchen T-Zell-intrinsischen inhibitorischen Mechanismus aufgeklärt und die Ergebnisse bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellt.
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Gesundheitspolitik

Weitere Verdi-Proteste an Kliniken am Montag

An deutschen Krankenhäusern gehen am Montag Proteste gegen Kürzungen im Gesundheitswesen weiter. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat bundesweit Service-Beschäftigtean mehr als 120 Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu Aktionen aufgerufen. Es kann dabei nach Angaben eines Verdi-Sprechers auch zu kleineren Einschränkungen in den Häusern kommen. Gefordert werden gute Bedingungen und Bezahlung für Bereiche wie Reinigung, Küche, Wäscherei, Logistik, Patiententransport, Empfang, Technik, Sterilisation oder Sicherheitsdienst.
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CAR-T-Zell-Therapie
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Keine Hinweise auf sekundäre Malignome oder Vektortoxizität bei CAR-T-Zell-Therapie

Nach einer T-Zell-Therapie mit chimären Antigen-Rezeptor (CAR)-T-Zellen wurden in seltenen Fällen sekundäre Malignome (sekundäre primäre Malignität; SPM) beobachtet. Eine Analyse stützt nun die langfristige Sicherheit einer CAR-T-Zell-Therapie mit Lisocabtagene Maraleucel (Liso-cel) oder Idecabtagene Vicleucel (Ide-cel) bei > 1.300 Patient:innen und einem klinischen Follow-up von über 8 Jahren, ergänzt um Daten von rund 12.000 Patient:innen aus Post-Marketing-Studien. Es gab keine Hinweise für SPM mit einem T-Zell-Ursprung oder für eine Toxizität der lentiviralen Vektoren (LVV). Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress präsentiert [1].
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DLBCL
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Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome: Tafasitamab + Lenalidomid verstärkt Wirkung von R-CHOP

Es kommt Bewegung in die Erstlinientherapie aggressiver Non-Hodgkin-Lymphome: Patient:innen mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) sowie anderen hochgradigen B-Zell-Lymphomen (HGBL) profitieren von der Zugabe von Tafasitamab und Lenalidomid zum 2 Jahrzehnte alten Standard R-CHOP, wie die bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellte Phase-III-Studie frontMIND nahelegt [1].
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AML
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RR/MRD+ AML: Switchable allogene CAR-T-Zellen zeigen vielversprechende Aktivität

In einer Phase-IA-Studie konnten erstmals bei Erkrankten mit CD123‑positiver rezidivierter/refraktärer (RR) oder messbare Resterkrankung‑positiver (MRD+) akuter myeloischer Leukämie (AML) mit Hilfe einer gegen CD123 gerichteten „switchable“ allogenen CAR‑T‑Technologie tiefe und anhaltende Remissionen bei handhabbarem Sicherheitsprofil erreicht werden. Prof. Dr. Martin Wermke vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stellte die aus seiner Sicht „extrem vielversprechenden“ Daten beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 als Late Breaking Abstract vor [1].
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Hämophilie
Auf den Ausgleich kommt es an: Effektives Rebalancing mit Marstacimab bei Hämophilie

Auf den Ausgleich kommt es an: Effektives Rebalancing mit Marstacimab bei Hämophilie

Rebalancing-Strategien sind ein neuer Ansatzpunkt im Management der Hämophilie. Sie weisen das Potential auf, das natürliche Gleichgewicht zwischen Blutung und Gerinnung wiederherzustellen. Der monoklonale Antikörper Marstacimab zielt gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor, wodurch die FXa- und Thrombinproduktion gesteigert und das gestörte Hämostasegleichgewicht ausbalanciert wird.
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