Journal Hämatologie

Entitätsübergreifend

Krebstherapien im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute überleben mehr als 85% der jungen Patient:innen mindestens fünf Jahre nach der Diagnose. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters sehen sich die Überlebenden jedoch erhöhten Risiken für Zweitkrebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse und andere behandlungsbedingte Spätfolgen gegenüber. Eine wegweisende Simulationsstudie beleuchtet nun erstmals systematisch das Phänomen der „beschleunigten Alterung“ bei über 22.000 Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter.
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Podcasts

Stammzelltransplantation: Koordinierte Menschlichkeit

Was bedeutet die Stammzellspende – für den Spender und den Empfänger? Ist jugendliches Alter der Spender ein entscheidender Erfolgsfaktor? Diese Folge soll junge Menschen dazu ermutigen, sich für eine Stammzellspende bei der DKMS registrieren zu lassen. Prof. Dr. Johannes Schetelig stellt im Gespräch mit Chefredakteurin Antje Blum neue Daten zum Spenderalter vor. In Einspielern berichtet Zeljana über ihre Stammzellspende und Nella, wie sie ihre Stammzelltransplantation durchgestanden hat.
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Medizin

Nachts im (Deutschen) Museum – Vision Zero e.V. Neujahrsempfang

Vision Zero ist ein präventionsorientiertes Konzept mit dem Ziel, vermeidbaren Schaden zu eliminieren. Ursprünglich im Straßen- und Arbeitsschutz angewandt, überträgt die Vision Zero Oncology dieses Grundprinzip auf die Krebsmedizin: Ziel ist die Minimierung vermeidbarer Krebserkrankungen und -todesfälle sowie verspäteter Diagnosen durch systematische, gerechte und evidenzbasierte Maßnahmen. Auf dem Neujahrsempfang der Vision Zero e.V., der am 22. Januar 2026 im Deutschen Museum in München stattfand, diskutierten Expert:innen darüber, was die Onkologie heute und in der Zukunft wirklich braucht.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine junge Krebspatientin mit rosa T-Shirt und grünem Kopftuch auf einem Sofa, die von einer anderen jungen Frau umarmt wird.

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender: Empfehlungen, Lücken und Perspektiven

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Entitätsübergreifend

Das Darmmikrobiom und seine mikrobiellen Metaboliten als wirksame Modulatoren von Immuntherapien

Das Darmmikrobiom und seine Stoffwechselprodukte, sog. mikrobielle Metaboliten, können das Immunsystem beeinflussen und so die Effektivität von Immuntherapien wie der Immun-Checkpoint-Blockade (ICB) oder der CAR-T-Zell-Therapie modulieren. Eine Dysbiose, also eine Ungleichheit der Darmmikrobiota, die durch eine reduzierte Vielfalt, eine Überwucherung schädlicher Keime und eine Verringerung nützlicher Bakterien gekennzeichnet ist, reduziert die Effektivität von Immuntherapien. Mikrobielle Metaboliten wie kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), Gallensäuren und Tryptophan-Derivate zeigen immunmodulatorische Effekte. Einige dieser Metaboliten können die ICB-Wirksamkeit steigern oder sind mit einem protektiven Effekt vor Nebenwirkungen der allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) assoziiert. Breitbandantibiotika reduzieren mikrobielle Vielfalt und wirken sich negativ auf die Therapiewirksamkeit aus. Mikrobielle Metaboliten sowie diätetische Interventionen und lebende Biotherapeutika werden aktuell in klinischen Studien untersucht und besitzen das Potenzial, die Wirksamkeit von Immuntherapien signifikant zu beeinflussen.
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ASH 2025
ASH 2025

B-Zell-Lymphom: CMV-Reaktivierung prognostisch für schlechteres Gesamtüberleben nach CAR-T-Zelltherapie

In der italienischen prospektiven Beobachtungsstudie CART-SIE war eine Reaktivierung des Cytomegalovirus (CMV) bei Patient:innen mit B-Zell-Lymphom, die eine chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zelltherapie erhielten, mit einem signifikant schlechteren Gesamtüberlebens (OS) und progressionsfreien Überleben (PFS) verbunden. Etwa 11% der Betroffenen zeigten eine CMV-Reaktivierung nach CAR-T-Zelltherapie.
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Entitätsübergreifend
Life-saving Blood Donation By Male Doctor
Interview mit Prof. dr. med. Christian Buske, Universitätsklinikum Ulm

expanda Onkologie 2025 – Highlights aus der Hämatologie

Im November fand das 2-tägige Online-Seminar „expanda Onkologie“ statt, im Rahmen dessen die wichtigsten Daten aus aktuellen klinischen Studien, Reviews und Leitlinien erörtert wurden. Jochen Schlabing, Teamleiter Onkologie/Hämatologie in der MedTriX Group, sprach mit einem der wissenschaftlichen Leiter des digitalen Events, Prof. Dr. Christian Buske, Ulm, über dessen persönliche Highlights zu den Themenbereichen Lymphome und chronische lymphatische Leukämie (CLL).
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Entitätsübergreifend
Zwischen Zeitdruck und Patientenautonomie

Wie Shared Decision Making die patientenzentrierte Versorgung verbessert

In der Onkologie stehen Patienten* und Behandler häufig vor Therapieentscheidungen, die weitreichende Konsequenzen für die Patienten haben. Umso wichtiger ist es, Patienten aktiv in die Therapieentscheidung einzubeziehen. Shared Decision Making (SDM) bietet einen Rahmen, um medizinisches Fachwissen mit den individuellen Präferenzen der Patienten zu verbinden – und damit die bestmögliche Therapie gemeinsam zu gestalten. Nahezu alle onkologischen Leitlinien empfehlen mittlerweile die partizipative Entscheidungsfindung als Kommunikationsmodell für Therapieentscheidungen. Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) setzt seit 2022 mit dem Projekt BAYERN GOES SDM gezielt auf die systematische Einführung von SDM an den 6 Unikliniken. Serap Tari, Biologin, Psychoonkologin und Projektleiterin von BAYERN GOES SDM, gibt Einblick in den Nutzen von SDM und erklärt, worauf es bei der Umsetzung in die Praxis ankommt.
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Entitätsübergreifend

Strahlentherapie – Präzision auf molekularer Ebene

Die Strahlentherapie stellt eine wichtige Säule der modernen Krebstherapie dar. Mehr als die Hälfte aller Krebspatient:innen erhält im Verlauf ihrer Behandlung eine Radiotherapie, bei etwa 50% aller dauerhaften Tumorheilungen ist sie ein wesentlicher Therapiebaustein. Dieser Übersichtsartikel bietet eine systematische Darstellung der aktuellen radiotherapeutischen Verfahren – von konventionellen Techniken über IMRT und stereotaktische Verfahren bis zur Ionentherapie. Neben technischen Grundlagen werden praktische Aspekte der Behandlungsplanung, Indikationsstellung und des Nebenwirkungsmanagements für die klinische Praxis erläutert.
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Entitätsübergreifend
The hospital is subject to budget cuts. Medical low funding, government policy. Crisis management in public services.

DGHO: Falsche Weichenstellung durch Krankenhausreform

Die Krankenhausreform bildet mit den Leistungsgruppen innovative Therapien und komplexe Krebserkrankungen in der Hämatologie und Onkologie nicht ausreichend ab und gefährdet die interdisziplinäre Zusammenarbeit, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO). Die Fachgesellschaft befürchtet dadurch mögliche Rückschritte bei der Versorgung von Patient:innen mit komplexen Krebserkrankungen.
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Entitätsübergreifend
Frau mit Mammakarzinom arbeitet im Homeoffice
Arbeiten mit und nach Krebs

Was Onkolog:innen als Vorbereitung auf den ­beruflichen Wiedereinstieg anbieten können

Den Umgang mit Krebs im Businesskontext revolutionieren, das ist die Mission des Projekts #einevonacht. Ziel ist, dass Menschen lernen, über Krebs zu sprechen und gute Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Denn nur wenn die Bedürfnisse und Interessen von Betroffenen, Führungskräften, Team-Mitgliedern und Arbeitgebenden gleicher­maßen berücksichtigt werden, kann es ein wirklich nachhaltiges Miteinander geben. In diesem Artikel werden 5 Vorschläge ­gemacht, wofür Onkolog:innen die Patient:innen in Bezug auf das Arbeiten mit und nach Krebs sensibilisieren könnten.
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Medizin
Mehr als 9.100 Stammzellspenden für Menschen mit Blutkrebs im Jahr 2024

Mehr als 9.100 Stammzellspenden für Menschen mit Blutkrebs im Jahr 2024

Die DKMS, internationale gemeinnützige Organisation im Einsatz für Menschen mit Blutkrebs und Bluterkrankungen sowie weltweit größte Stammzellspenderdatei, hat ihren zweiten Global Impact Report veröffentlicht. Der Bericht beleuchtet die wichtigsten Erfolge und Kennzahlen im Jahr 2024 sowie persönliche Geschichten von Überlebenden und Menschen, die mit ihrer Stammzellspende Leben gerettet haben. Diese stärken die Mission der Organisation, möglichst vielen Betroffenen weltweit eine zweite Lebenschance zu geben.
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Medizin
Entzündungsprozesse können die Entstehung von Blutkrebsarten fördern

Entzündungsprozesse können die Entstehung von Blutkrebsarten fördern

Blutkrebserkrankungen wie die Leukämie werden durch genetische Veränderungen in den blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks verursacht. Wissenschaftler:innen der Universitätsmedizin Mainz haben jetzt gezeigt, wie chronische Entzündungen das Knochenmark bei Betroffenen mit altersbedingten Blutstammzellmutationen bereits in sehr frühen Krankheitsstadien verändern und so die Krankheitsentwicklung vorantreiben können. Sie fanden heraus, dass die Interaktion entzündlicher Gewebestammzellen und bestimmter Immunzellen sich selbst verstärkende Entzündungsprozesse in der Mikroumgebung des Knochenmarks hervorruft, die die normale Blutbildung beeinträchtigen. Die in Nature Communications veröffentlichten Erkenntnisse könnten die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Therapien zur frühzeitigen Behandlung von Blutkrebs bilden [1].
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Podcasts

Onkologische Reha

Was versteht man unter einer onkologischen Reha? Wer sollte sie absolvieren? Wie beantragt man sie? Für wen eignet sich die Anschlussrehabilitationsbehandlung (AHB) direkt nach Akuttherapie, für wen die stationäre Nachsorge-Reha 1-2 Jahre nach Abschluss der Krebsbehandlung? Prof. Dr. Oliver Rick, einer der führenden Experten für onkologische Rehabilitation in Deutschland und Leiter der Klinik Reinhardshöhe in Bad Wildungen, gibt im Gespräch mit Antje Blum vom JOURNAL ONKOLOGIE/JOURNAL HÄMATOLOGIE Antworten.
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Entitätsübergreifend
Therapie im Wandel: Fortschritt bei PNH, ITP und Prostatakarzinom
DGHO 2025

Therapie im Wandel: Fortschritt bei PNH, ITP und Prostatakarzinom

Auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) 2025 standen unter anderem die gezielte Komplementinhibition bei paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), neue Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten bei Immunthrombozytopenie (ITP) sowie die PSMA-Radioligandentherapie im Fokus, die zunehmend in frühere Therapielinien vorrückt.
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