RRMM: Elranatamab ermöglicht verlängerte Therapiepausen ohne Wirksamkeitsverlust
Auf dem Kongress der American Society of Hematology (ASH) 2025 in Orlando wurden neue Analysen zu Elranatamab [1] bei Patient:innen mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom (RRMM) präsentiert. Eine retrospektive Analyse der MagnetisMM-3-Studie zeigt, dass verlängerte Behandlungspausen möglich sein können, ohne die Wirksamkeit der Therapie zu gefährden [2]. Zusätzlich bestätigen erste internationale Real-World-Daten die Wirksamkeit von Elranatamab auch außerhalb klinischer Studien [3].
Verlängerte Therapiepausen in der MagnetisMM-3-Studie
Die vorgestellte Post-hoc Analyse der Phase-II-Studie MagnetisMM-3 untersuchte eine Subgruppe von 28 Patient:innen mit RRMM, die eine verlängerte Therapiepause von mehr als sechs aufeinanderfolgenden Monaten hatten oder die Therapie abbrachen, aber weiterhin hinsichtlich der Wirksamkeit beobachtet wurden. Die mediane Behandlungsdauer vor der Unterbrechung bzw. dem Absetzen betrug 12,1 Monate, die mediane Dauer der behandlungsfreien Phase lag bei 15,5 Monaten [2].
Langanhaltende Remission trotz Therapieunterbrechung
Die Langzeitdaten zeigen: Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) wurde nicht erreicht (95%-Konfidenzintervall [KI]: 38,5–nicht abschätzbar [NE]), die Wahrscheinlichkeit, nach 36 Monaten ereignisfrei zu sein, betrug 79,4% (95%-KI: 57,0–90,9). Auch das mediane Gesamtüberleben (OS) wurde nicht erreicht (95%-KI: NE–NE), die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 36 Monaten betrug 84,2% (95%-KI: 63,0–93,8) [2].
Krankheitsprogression bei nur drei Patient:innen
Von den 28 untersuchten Patient:innen erlitten lediglich drei eine Krankheitsprogression – diese trat ein bis drei Jahre nach der letzten Dosis auf. Zwei Patient:innen setzten die Elranatamab-Therapie nach Unterbrechungen von circa zwölf bzw. 14 Monaten erfolgreich fort. Beide hatten zu Beginn der längeren Unterbrechung eine komplette Remission (≥ CR) erreicht und befanden sich zum Datenschnitt weiterhin in ≥ CR [2]. Zusammenfassend zeigen die Daten, dass die Mehrheit der Patient:innen trotz verlängerter Behandlungsunterbrechung ein anhaltendes klinisches Ansprechen aufwies. Dies unterstreicht die Dauerhaftigkeit der durch Elranatamab (ELREXFIO®) induzierten Wirkung und unterstützt die Durchführbarkeit gezielter Therapieunterbrechungen – beispielsweise zur Handhabung von Nebenwirkungen [2].
Real-World-Daten bestätigen Wirksamkeit in der Versorgungsrealität
Eine zweite, ebenfalls auf dem ASH präsentierte internationale Real-World-Analyse untersuchte 79 Patient:innen mit RRMM aus sieben Ländern, die außerhalb klinischer Studien mit Elranatamab behandelt wurden. Die Studienpopulation wies ein medianes Alter von 67 Jahren und eine umfassende Vorbehandlung mit im Median fünf Therapielinien auf. 35% der Patient:innen hatten bereits eine gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA)-gerichtete Behandlung erhalten [3].
Ansprechraten von 53% in der Gesamtkohorte
Die Gesamtansprechrate (ORR) betrug 53% in der gesamten Kohorte und 67% bei Patient:innen ohne vorherige BCMA-gerichtete Therapie (BCMA-naiv). Bei BCMA-naiven Patient:innen lag das PFS nach zwölf Monaten bei 67% und das OS bei 70%. Diese Ergebnisse entsprechen weitgehend den Daten der MagnetisMM-3-Studie, obwohl fast die Hälfte der Patient:innen (48%) die Einschlusskriterien der Zulassungsstudie nicht erfüllt hätte [3].
Die Analyse identifizierte zudem prognostische Faktoren für schlechtere Behandlungsergebnisse: Eine vorherige Behandlung mit einer gegen BCMA gerichteten Therapie, niedrige Thrombozytenwerte, hohes zytogenetisches Risiko und Penta-Refraktärität waren mit geringeren Ansprechraten und kürzerem OS assoziiert [3].
Konsistentes Sicherheitsprofil in beiden Analysen
Das Sicherheitsprofil von Elranatamab in beiden Analysen war konsistent und entsprach den zuvor beobachteten Daten. In der Real-World-Analyse trat ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) bei 41% der Patient:innen auf, überwiegend in geringgradiger Ausprägung (Grad 1: 35%, Grad 2: 5%), wobei keine schweren Fälle (≥ Grad 3) beobachtet wurden. Die meisten CRS-Ereignisse traten bei der ersten Step-up-Dosis auf. Ein Immuneffektor-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) wurde in 5% der Fälle beobachtet [3]. Insgesamt erweist sich das Sicherheitsprofil von Elranatamab als planbar und gut kontrollierbar [1, 4].
Quelle:Pfizer
Literatur:
- (1)
Fachinformation ELREXFIO®. Aktueller Stand.
- (2)
Lesokhin et al. ASH 2025, Abstr. 25-8338.
- (3)
Popat et al. ASH 2025, Abstr. 25-11599.
- (4)
Lesokhin AM et al. Nat Med. 2023;29(9):2259-2267.