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„Gras“ auf Rezept: überfällige Reform oder riskanter Hype?
Am Mittwoch beginnt in Frankfurt der "Deutsche Schmerztag". Ein Thema auf dem viertägigen Kongress: Cannabis auf Rezept für Schwerstkranke.
Kassen: Individuelle Gesundheitsleistungen größtenteils nutzlos
Ein Großteil der von Ärzten angebotenen individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) hat für die Patienten keinen messbaren Nutzen und ist zum Teil sogar schädlich. Zu diesem Ergebnis kommt der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) drei Jahre nach dem Start des sogenannten IGeL-Monitors. Die Mehrheit der 37 auf der Webseite bewerteten Leistungen schneide nicht gut ab - und einige sogar richtig schlecht, sagte MDS-Geschäftsführer Peter Pick am Donnerstag in Berlin. Die Leistungen, die Patienten aus eigener Tasche zahlen, seien "in der Regel medizinisch nicht notwendig".
Essener Mediziner: Ethikrat verunsichert Bürger bei Organspende
Der Essener Mediziner Eckhard Nagel hat dem Deutschen Ethikrat vorgehalten, mit seiner Stellungnahme zu Hirntod und Organspende die Verunsicherung in der Bevölkerung zu schüren. Eine akademische Diskussion über juristische oder die menschliche Existenz betreffende Probleme sollte nicht dazu beitragen, die Patienten in den Wartezimmern und Krankenhäusern, die auf Heilung hoffen, zu vergessen.
Grüne: Mehr Anstrengungen gegen Zwangsbehandlung von Patienten
Nach Entscheidungen des Bundesgerichtshofes sind seit zwei Jahren ärztliche Zwangsbehandlungen von psychisch Kranken wieder zugelassen. Die Grünen verlangen nun eine lückenlose Dokumentation aller Einzelfälle.
Pflegende Familienangehörige sind gesetzlich unfallversichert
Pflegende Familienangehörige sind grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Allerdings gilt dies nicht für alle Tätigkeiten im Rahmen der Pflege, wie zum Beispiel die Gabe von Medikamenten. In bestimmten Fällen kann aber dennoch ein Arbeitsunfall vorliegen, wenn die Medikamentengabe allein deshalb erfolgte, um eine versicherte Tätigkeit wie das Zu-Bett-Bringen zu ermöglichen.
SPD im Bundestag will Energy Drinks für Jugendliche verbieten
Die SPD im Bundestag will durchsetzen, dass Energy Drinks nicht länger an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Dafür soll das Jugendschutzgesetz geändert werden, wie die verbraucherpolitische Sprecherin Elvira Drobinski-Weiß der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte. Zur Begründung sagte sie, die Politik habe die Aufgabe, Minderjährige vor vermeidbaren Gefahren zu schützen.
Typ-2- Diabetes: Preisverhandlungen zu Empagliflozin starten
Jardiance® (Empagliflozin) ist in Europa, den USA und anderen Ländern zur Behandlung des Typ-2- Diabetes zugelassen und seit August 2014 in Deutschland verfügbar. Knapp ein halbes Jahr nach der Markteinführung sieht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Entscheidung den Zusatznutzen für den SGLT2-Hemmer als nicht belegt an. Boehringer Ingelheim und Lilly, Partner in einer weltweiten Diabetes-Allianz, sind vom klinisch-medizinischen Nutzen des Wirkstoffs überzeugt, den andere Behörden, wie das NICE für England oder das Schottische Medical Consortium (SMC), ähnlich schon bestätigt haben.
Maligne Lymphome: Thiotepa in der Hochdosischemotherapie vor autologer Stammzelltransplantation
Die hämatopoetische Stammzelltransplantation (SZT) ist ein wichtiger Baustein in der Therapie maligner Lymphome. Das alkylierende Zytostatikum Thiotepa (Tepadina®) optimiert die Konditionierung vor SZT. Thiotepa-basierte Regime sind bereits etabliert bei Patienten mit Lymphomen des zentralen Nervensystems (ZNSL), da die Substanz sich neben ihrer Wirksamkeit durch ihre gute ZNS-Gängigkeit auszeichnet. Thiotepa eignet sich hervorragend als Kombinationspartner in der Konditionierung vor SZT. Die geringe Organtoxizität von Thiotepa ermöglicht eine erhebliche Dosissteigerung. Wie eine Registerstudie der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) zeigt, sind Thiotepa-haltige Hochdosisregime auch vor autologer SZT bei Lymphomen ebenso zuverlässig und sicher wie das "Standard-Regime" in dieser Indikation, BEAM (BCNU, Etoposid, Ara-C, Melphalan) (1).
Myelofibrose: Ruxolitinib-App unterstützt Ärzte bei Diagnose und Therapie
Myelofibrose ist ein seltener Blutkrebs. Betroffene leiden oft erheblich unter den damit einhergehenden Symptomen und einer Splenomegalie. Einen schnellen Überblick zu Krankheitsbild, Diagnose und Therapie bietet Ärzten jetzt die neue Jakavi®-App von Novartis Oncology. Kompakt aufbereitet für die tägliche Praxis hält die App nützliche Informationen zu häufigen Symptomen wie Fatigue, Nachtschweiß oder Juckreiz bereit und nennt die Kriterien für Diagnose und Prognoseabschätzung. Über die einfache Menüführung lässt sich das Wichtigste zur innovativen Therapie mit Ruxolitinib (Jakavi®) abrufen.
Urteil: Angehörige erhält auch nach Sterbehilfe Hinterbliebenenrente
Auch wenn Angehörige Sterbehilfe geleistet haben, kann ihnen nach einem Urteil des Bundessozialgerichts eine Hinterbliebenenrente zustehen. Im konkreten Fall fiel ein Mann 2006 nach einem Unfall auf dem Heimweg von der Arbeit ins Wachkoma. Nach fast vier Jahren entschied die Familie, die Magensonde entfernen zu lassen. Obwohl auch die Staatsanwaltschaft kein strafbares Verhalten feststellte, verweigerte die gesetzliche Unfallversicherung der Frau des Toten die Leistungen für Hinterbliebene. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel vertritt in seinem Urteil vom Donnerstag eine andere Auffassung (AZ B 2 U 18/13 R).
Frühe Nutzenbewertung von Hemangiol beim infantilen Hämangiom: IQWiG vergibt Höchstnote
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat gestern sein Gutachten zur frühen Nutzenbewertung von Hemangiol® (Propranolol) veröffentlicht. Darin bestätigt es gemäß dem vorgelegten Dossier einen erheblichen Zusatznutzen für Säuglinge mit einem proliferativen infantilen Hämangiom. Das infantile Hämangiom ist zwar gutartig, doch kommt es in etwa 12% der Fälle zu Komplikationen, die vom Spezialisten behandelt werden müssen.
1A Verbraucherportal: „15 wichtige Neuerungen im Gesundheitswesen 2015“
Das Gesundheitswesen ist auch zum Jahreswechsel 2014/2015 zahlreichen Veränderungen und Reformen unterworfen. Millionen Versicherte müssen sich auf Neuerungen einstellen. Das 1A Verbraucherportal hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt und verrät, wie sich Verbraucher verhalten sollten.
Immer mehr Schwerbehinderte trotz guter Ausbildung arbeitslos
Trotz oft guter Ausbildung sind immer mehr Schwerbehinderte arbeitslos. Vom Jobaufschwung der vergangenen Jahre habe diese Gruppe nur vergleichsweise wenig profitiert, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag anlässlich des "Welttages der Menschen mit Behinderung" am 3. Dezember.
Kostenlose Pflegeberatung in Anspruch nehmen
Wer die Pflege von Angehörigen übernimmt, kann bei seiner Pflegekasse eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen. In diesen Gesprächen soll beispielsweise geklärt werden, welche Leistungen und Hilfen für den Pflegebedürftigen und dessen Familie infrage kommen.
ZNS-Beteiligung maligner Lymphome - Langzeitüberleben möglich?
Als sekundäre ZNS-Lymphome bezeichnet man eine Beteiligung des zentralen Nervensystems bei einem systemischen malignen Lymphom. Diese kann bei der Erstdiagnose des Lymphoms oder erst im Rezidiv diagnostiziert werden. Die Prognose sowohl isolierter ZNS-Rezidive als auch eines gleichzeitigen ZNS- und systemischen Rezidivs gilt als sehr ungünstig. Trotz Behandlung liegt das mediane Überleben bei nur wenigen Monaten. Die Todesursache kann sowohl der ZNS-Befall als auch der systemische Progress sein. Lokale therapeutische Strategien wie Radiotherapie oder intrathekale Chemotherapie waren ursprünglich auf die Symptomkontrolle ausgerichtet und bieten keine Langzeitkontrolle. Doch mit neuen multimodalen Konzepten scheint es nun auch für viele Patienten die Perspektive für ein Langzeitüberleben oder sogar eine Heilung zu geben, wie eine soeben von PD Dr. med. Agnieszka Korfel von der Charité Universitätsmedizin Berlin auf dem DGHO-Kongress vorgestellte Studie zeigte. Da aufgrund der kleinen Fallzahlen nur wenige Studien verfügbar und auch die epidemiologischen Daten sehr dünn sind, sind Daten aus Tumorregistern eminent wichtig. Ein deutschlandweites Register für sekundäre ZNS-Lymphome leitet ebenfalls Frau PD Dr. Korfel. Wir befragten sie nach modernen Studienkonzepten und nach dem aktuellen Stand des Registers.
Mehr Tote durch resistente Keime in Krankenhäusern
In deutschen Krankenhäusern sterben Medienberichten zufolge mehr Menschen an Infektionen durch resistente Erreger als bisher bekannt. Aus Daten der Krankenhäuser gehe hervor, dass im vergangenen Jahr bei verstorbenen Patienten mehr als 30.000 Mal einer der drei meistverbreiteten resistenten Keime abgerechnet worden sei, berichteten die "Zeit", "Zeit Online", die Funke-Mediengruppe und "Correctiv".
Todkrank im Hospiz - „Hier wird nicht qualvoll gestorben“
Es ist der definitiv letzte Weg eines Menschen. Im Hospiz wird gestorben. Das ist hart für die Todkranken und ihre Familie. Aber das geht entgegen der landläufigen Meinung auch ohne Schmerzen - und manchmal erfüllt das Hospiz sogar Extrawünsche. So wie in Würzburg.
Virtuelle Realität und Geodaten
Auf dem diesjährigen Fachaustausch Geoinformatik am 29. Oktober in Heidelberg organisierten die Netzwerke GeoNet.MRN und Virtual Dimension Center (VDC) ein Fachforum "Virtuelle Räume", in welchem die thematische Schnittstelle zwischen Geodaten und VR diskutiert wurde. Die Experten waren sich darin einig, dass der Einsatz von VR-Geodaten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein wird: Mehrwerte werden sowohl für zahlreiche Anwendungsfelder (wie etwa Produktion, Mechatronik, Medizin) relevant sein wie auch für die interdisziplinäre Integration. Zu diesem Zweck werden ebenso zahlreiche Anwendungen von VR-Geodaten (z. B. Lärmmodelle, Strömungsmodelle, Indoor-Navigation, Forensik) bei erwarteter hoher Aktualisierungsgeschwindigkeit der Daten implementiert sein. Genannt werden können hier Drohnen, Laserscanning, 3D-Datenverarbeitung und Wearables.
Union für Sportkurse auf Rezept
Als Alternative zu Arzneimitteln will die Union künftig auch Sportkurse auf Rezept verschreiben lassen. "Es muss nicht immer ein Arzneimittel sein, bei vielen Erkrankungen hilft auch ganz einfach mehr Bewegung", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). Aber: "Viele Patienten erwarten, dass sie beim Arztbesuch auch ein Rezept bekommen", erklärte Spahn weiter. Sportkurse auf Rezept könnten da der richtige Weg sein.
Stiftung: Palliativmedizin macht Debatte um Sterbehilfe hinfällig
Gute Hospizarbeit und Palliativversorgung machen aus Sicht der Deutschen Palliativstiftung den Wunsch nach Sterbehilfe in vielen Fällen überflüssig. Angst vor großem Leiden müsse kein Todkranker haben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Thomas Sitte, in Fulda. Der Wunsch nach einer aktiven Verkürzung des Lebens resultiere häufig aus Ängsten. Doch viele dieser Ängste seien unbegründet bei einer angemessenen medizinischen und pflegerischen Versorgung.