Journal Hämatologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 32

DLBCL

Bispezifische Antikörper beim r/r DLBCL

Epcoritamab wurde 2023 in der Indikation diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) zugelassen und kürzlich in die aktualisierte Onkopedia-Leitlinie aufgenommen. Die Zulassung der Europäischen Kommission unter besonderen Bedingungen umfasst den Einsatz als Monotherapie für Erwachsene mit rezidivierendem oder refraktärem (r/r) DLBCL – dem häufigsten Subtyp des großzelligen B-Zell-Lymphoms (LBCL) – nach 2 oder mehr Linien einer systemischen Therapie (1).
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Entitätsübergreifend

Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie verleiht Forschungsförderpreis „Young Scientists IO“

Dr. med. Jonas Saal (Bonn), Verena Turco (Heidelberg) und Dr. med. Adrian Gottschlich (München) heißen die 3 Gewinner des diesjährigen Forschungsförderpreis „Young Scientists IO“. Auf der Preisverleihung im Rahmen Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin erhielten die Nachwuchswissenschaftler:innen nach einer kurzen Vorstellung ihrer Forschungsarbeiten aus dem Bereich Immunonkologie die Auszeichnung und ein Preisgeld von je 5.000 Euro. Der Forschungsförderpreis wird alle 2 Jahre durch die Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie verliehen.
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Follikuläres Lymphom

r/r FL: Axi-cel deckt einen wichtigen bislang ungedeckten medizinischen Bedarf

Axicabtagen-Ciloleucel (Axi-cel) ist eine chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zell-Therapie, die in der ZUMA-5-Studie bei Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem (r/r) follikulären Lymphom (FL) nach 2 oder mehr vorherigen Therapielinien eine Gesamtansprechrate (ORR) von 94% und eine vollständige Ansprechrate (CR) von 79% erzielte (1). Eine Vergleichsstudie mit bisherigen Therapiestandards wurde während des ASH Kongresses 2023 vorgestellt (2).
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Multiples Myelom

Multiples Myelom: CELMoD als Post-Transplantations-Erhaltungstherapie vielversprechend

Der Cereblon-E3-Ligase-Modulator (CELMoD) Iberdomid gehört zur neuen Generation der Immunmodulatoren. Bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2023 überraschte die experimentelle Substanz mit vielversprechenden Daten als Erhaltungstherapie beim neu diagnostizierten multiplen Myelom (MM) nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT), jedoch begleitet von hohen Neutropenieraten.
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CLL

CLL: Einsatz von Erstlinien-Kombinationen mit Venetoclax bei fitten Patient:innen bestätigt

Die primäre Endpunktanalyse der GAIA-Studie ergab für Venetoclax-Obinutuzumab (GV) und GV + Ibrutinib (GIV) im Vergleich zur Chemoimmuntherapie (CIT) überlegene Raten beim progressionsfreien Überleben (PFS) und bei nicht mehr nachweisbarer minimaler Resterkrankung (uMRD) bei Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) (1). Während des ASH-Kongresses 2023 wurde eine Analyse der Nachbeobachtung dieser Studie vorgestellt, in der die Ergebnisse der Venetoclax (Ven)-haltigen Arme verglichen und die NGS-basierten MRD-Ergebnisse analysiert wurden (2).
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PNH

Paroxysmale nächtliche Hämoglobinämie: Iptacopan-Monotherapie zeigt anhaltende Langzeitwirksamkeit

In der APPLY-PNH-Studie erzielte der orale Monotherapie mit Iptacopan bei Patient:innen mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) und verbleibender Anämie eine überlegene Wirksamkeit gegenüber intravenöser terminaler Komplementinhibition mit der bisherigen Standardtherapie (1). Während des ASH-Kongresses 2023 wurden nun die abschließenden APPLY-PNH-Daten nach einer 24-wöchigen Verlängerungsphase, in der alle Patient:innen eine Iptacopan-Monotherapie erhielten, vorgestellt (2).
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Anämien

Exa-cel: Geneditierung bietet neue Therapieoptionen bei Hämoglobinopathien

Bisher war die allogene Stammzelltransplantation die einzige kurative Therapiemöglichkeit bei Beta-Thalassämie und Sichelzellerkrankung. Eine neue Perspektive für die Behandlung dieser beiden Erbkrankheiten bietet das Gentherapeutikum Exagamglogene autotemcel (Exa-cel), wie Prof. Dr. Roland Meisel, Düsseldorf, erläuterte. In USA und UK liegt die Zulassung bereits vor und im Dezember 2023 wurde die Therapie auch von der EMA zur bedingten Zulassung für die Behandlung der transfusionsabhängigen Beta-Thalassämie sowie der schwer verlaufenden Sichelzellerkrankung empfohlen.
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Non-Hodgkin-Lymphom

Haarzellleukämie: Update zu Diagnostik, Therapie, Monitoring und Klassifikation

Die Haarzellleukämie (HZL) ist eine seltene Erkrankung des lymphatischen Systems. Bei frühzeitiger Diagnose und leitliniengerechter Therapie auf der Basis von Purin-Analoga haben Patient:innen eine normale Lebenserwartung. Kritisch diskutiert werden derzeit die Intensivierung der Therapie mit Anti-CD20-Antikörpern, der Ersatz der Chemotherapie durch BRAF-Inhibitoren, die Therapieoptionen nach mehrfachem Rezidiv, die optimale supportive Therapie, das Monitoring sowie die Klassifikation der HZL-Variante. Da die HZL eine chronische Erkrankung ist, müssen Patient:innen lernen, diese Leukämie in ihr Leben zu integrieren. Offener Zugang zu Informationen inklusive Zweitmeinung und Unterstützung durch andere Patient:innen in der Selbsthilfe erleichtern den Umgang mit der Erkrankung.
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Hodgkin-Lymphom

Aktuelle Entwicklungen in der Therapie des Hodgkin-Lymphoms

Die therapeutischen Herausforderungen der zumeist jungen Patient:innen mit Hodgkin-Lymphom (HL) sind bezüglich der langfristigen Raten des progressionsfreien Überlebens (PFS) von bis zu 95% nicht mit anderen Krebserkrankungen vergleichbar. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen daher insbesondere auf der weiteren Reduktion der Erstlinientherapie-assoziierten Morbidität und der Therapie von Patient:innen mit Rezidiv oder höherem Lebensalter. Die Phase-III-Studie HD21 der German Hodgkin Study Group (GHSG) konnte kürzlich eine PET-adaptierte Behandlung mit 4-6 Zyklen BrECADD als neuen Therapiestandard bei Patient:innen ≤ 60 Jahre in fortgeschrittenen Stadien etablieren. Nachdem mehrere Phase-II-Studien, u.a. die GHSG NIVAHL-Studie, vielversprechende Daten für eine Erstlinientherapie mit Anti-PD-1-Antikörpern und AVD gezeigt haben, scheint bei Patient:innen ≥ 60 Jahre basierend auf der Phase-III-Studie S1826 6x N-AVD einer Therapie mit 6x BV-AVD überlegen zu sein. Bei Rezidiven können durch die Anwendung anti-PD-1-basierter Salvage-Therapien hohe Remissionsraten erreicht werden.
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Seltene Leukämien

Behandlung von älteren Patient:innen mit akuter Promyelozytenleukämie

Eine maßgeschneiderte Behandlung mit all-trans-Retinsäure (ATRA) und Arsentrioxid (ATO) hat die akute Promyelozyten­leukämie (APL) von einer einheitlich tödlich verlaufenden zu einer der am besten heilbaren bösartigen Erkrankungen des Menschen gemacht. Aufgrund seiner hohen Wirksamkeit ist ATO/ATRA die Standard-Erstlinientherapie bei jüngeren Erwachsenen mit APL, die kein hohes Risiko aufweisen. Die Frühsterblichkeit ist jedoch nach wie vor ein großes Problem bei der APL, insbesondere bei älteren Patient:innen. Daher sind eine schnelle Diagnostik, der sofortige Zugang zu einer ATRA-basierten Therapie und eine unterstützende Betreuung von größter Bedeutung. Dennoch kommt es zu schwierigen Situationen, insbesondere bei Patient:innen, die von kontrollierten Studien ausgeschlossen sind und für die das klinische Wissen hauptsächlich auf Fallberichten und Registern beruht. Neben der Behandlung neu diagnostizierter Patient:innen bleibt das Management von Toxizitäten und Komplikationen eine Herausforderung. In dieser Übersichtsarbeit wird der Ansatz für die Behandlung der APL bei älteren Menschen erörtert.
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Transfusionsmedizin
Interview mit Prof. Dr. med. Axel Seltsam, Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes, Nürnberg

Pathogeninaktivierung von Blutprodukten: Status und Ausblick

Auch wenn strikte Auswahlkriterien für Spenderinnen und Spender und sensitive Virus-Nachweisverfahren eine Übertragung von Krankheitserregern durch Blutprodukte in Deutschland sehr unwahrscheinlich machen, stellen insbesondere neue Erreger weiterhin ein Restrisiko dar. Darüber hinaus besteht durch die bakterielle Kontamination von Thrombozytenkonzentraten eine weitere Sicherheitslücke. Neue Verfahren zur Pathogeninaktivierung sollen den Sicherheitsstandard verbessern und diese Infektionsrisiken minimieren. Prof. Dr. Axel Seltsam, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Blutspendediensts des Bayerischen Roten Kreuzes und Präsident des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), gibt im Folgenden einen Überblick zu aktuellen Pathogeninaktivierungsverfahren.
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