Journal Hämatologie

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Überblick

Akute lymphatische Leukämie (ALL)

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. Bei dieser vermehren sich massiv unreife lymphatische Zellen, sogenannte Blasten, die sich im Blut und Knochenmark sowie verschienden Organen ansammeln. Hierdurch kommt es zu einem Mangel an gesunden Blutzellen, wie weißen Blutzellen (Leukozyten), roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Das schnelle Voranschreiten einer akuten Leukämie führt zu einem raschen Leistungsabfall der Patienten, weshalb eine schnelle Diagnose und Therapie erforderlich ist. Zur Behandlung stehen neben Chemotherapie und zielgerichteten Therapien auch die Stammzelltransplantation zur Verfügung. Unbehandelt führt die Erkrankung in der Regel innerhalb weniger Monate zum Tod.
 
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ALL
 6 Min|

Spättoxizitäten erfolgreicher Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter

Die Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter hat in den vergangenen Jahrzehnten zu beeindruckenden Fortschritten geführt. Heute liegen die Heilungsraten bei über 90%. Dies ist auf die standardisierte, an die Risikogruppe angepasste multimodale Polychemotherapie von ALL-Patient:innen und deutlich verbesserte Supportivmaßnahmen zurückzuführen [1]. Nur noch in wenigen Fällen ist eine hämatopoetische Stammzelltransplantation im Rahmen der Erstlinienbehandlung notwendig. Bei Patient:innen mit einer refraktären oder rezidivierten Erkrankung ist dies weiterhin ein wichtiger Baustein der Therapie [2]. Daneben sind in den letzten Jahren neue immuntherapeutische Therapieoptionen entwickelt worden, die zunehmend sowohl in der Rezidivsituation als auch in der Erstlinienbehandlung eingesetzt werden. Dieser Erfolg ist jedoch mit einem hohen Preis verbunden, da die intensive antileukämische Therapie nicht nur maligne Zellen zerstört, sondern auch gesunde Gewebe und Organe schädigt. Infolgedessen treten bei nahezu allen Patient:innen akute Nebenwirkungen während der Therapie auf, und ein großer Teil der Langzeitüberlebenden leidet unter Spätfolgen. Diese können entweder direkt im Zusammenhang der akuten Toxizitäten stehen oder sich erst Jahre nach Abschluss der Behandlung manifestieren (Abb. 1) [3]. Trotz der großen klinischen Bedeutung ist die systematische Erfassung dieser Spätfolgen bislang unzureichend standardisiert, was die Bewertung der Gesamtbelastung für die wachsende Gruppe von Überlebenden erschwert. Für den deutschsprachigen Raum fehlen bislang verlässliche Daten. Aus diesem Grund sind in diesem Artikel keine quantitativen Angaben zur Häufigkeit der auftretenden Spätfolgen angegeben.
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EHA 2026
 2 Min|
Real-world-Daten zu Asciminib bei fortgeschrittener Ph+ ALL
EHA 2026

Real-world-Daten zu Asciminib bei fortgeschrittener Ph+ ALL

Bei stark vorbehandelten Patient:innen mit fortgeschrittener Philadelphia-Chromosom-positiver (Ph+) akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL), die im Rahmen eines Managment Access Programms den Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Asciminib allein oder in Kombination erhielten, erreichten rund ein Drittel der Betroffenen innerhalb von 3 Monaten eine hämatologische Remission (vollständig oder partiell) im peripheren Blut. Die Ergebnisse dieser nicht-interventionellen retrospektiven Datenanalyse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress vorgestellt [1].
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EHA 2026
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EHA 2026

Pädiatrische B-ALL: T-Zell-Engager wirksamer und weniger toxisch als Chemotherapie

Die Therapie der pädiatrischen akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie (B-ALL) ist eine Erfolgsgeschichte. Weil aber nicht alle Patient:innen geheilt werden können und überdies die Toxizität der sehr aggressiven Therapien hoch ist, führt zum Beispiel die Berlin-Frankfurt-Münster-Gruppe (BFM) in Zusammenarbeit mit der italienischen Associazione Italiana di Ematologia e Oncologia (AIEOP) weiter Therapieoptimierungsstudien durch. Mit einer Hochrisiko-Kohorte ihrer Phase-III-Studie 2017 hat dieses Konsortium nun einen weiteren Erfolg erzielt, den sie bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm präsentieren konnte.
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EHA 2026
 2 Min|
t(14;16)-Translokation kennzeichnet neuen Hochrisiko-Subtyp bei unreifer T-ALL und MPAL
EHA 2026

t(14;16)-Translokation kennzeichnet neuen Hochrisiko-Subtyp bei unreifer T-ALL und MPAL

Ein beim EHA-Kongress 2026 vorgestellter Abstract weist auf einen genetisch definierten Hochrisiko-Subtyp unreifer T-ALL und Mixed-Phenotype Acute Leukemia (MPAL) hin, der durch eine rekurrente t(14;16)(q32;q24)-Translokation charakterisiert ist. Die betroffenen Fälle waren durch ektopische Aktivierung von FOXF1 und FENDRR, einen unreifen Immunphänotyp mit Expression B-lymphoider Marker und Refraktärität gegenüber Erstlinientherapien gekennzeichnet. Ex-vivo-Daten deuten zudem auf potenzielle therapeutische Vulnerabilitäten hin.
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EHA 2026
 3 Min|
EHA 2026

XPO1-Inhibition als therapeutischer Ansatz bei Hochrisiko-B-ALL mit CDX2/UBTF-Alteration

Die CDX2/UBTF B-Zell akute lymphatische Leukämie (B-ALL) ist ein erst kürzlich beschriebener Subtyp bei Erwachsenen, der durch zwei charakteristische Veränderungen gekennzeichnet ist: eine starke ektopische Expression des CDX2-Gens und das Vorhandensein des chimären Fusionsproteins UBTF::ATXN7L3. Diese Entität geht mit einem sehr schlechten Therapieansprechen einher – die 3-Jahres-Rezidivrate liegt bei 75%. Eine internationale Forschungsarbeit, die auf der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm präsentiert wurde, identifizierte nun XPO1-Inhibitoren als vielversprechende therapeutische Strategie.
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Medizin
 4 Min|
Präzise Diagnostik verbessert Behandlung von kindlicher Leukämie

Präzise Diagnostik verbessert Behandlung von kindlicher Leukämie

Wenn bei Kindern eine akute lymphatische Leukämie (ALL) diagnostiziert wird, kommt es auf jedes Detail an. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) werden künftig Proben aus ganz Deutschland genetisch analysiert, um die Erkrankung genauer zu klassifizieren. Die genetische Diagnostik stellt sicher, dass die jungen Patient:innen entsprechend ihres individuellen Krankheitsprofils behandelt werden. Dadurch verbessern sich Heilungschancen und Langzeitfolgen können drastisch reduziert werden. Neben der Routinediagnostik erforscht das Institut für Klinische Genetik und Genommedizin am UKW neue Methoden, um Leukämien noch besser zu verstehen. Dabei kommen zunehmend KI-gestützte Verfahren zum Einsatz.
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ALL
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Bortezomib und Vorinostat bei akuter lymphatischer Leukämie im Säuglingsalter

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) im Säuglingsalter stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar, insbesondere bei Vorliegen von KMT2A-Rearrangements (KMT2Ar). In präklinischen Studien wurden Bortezomib und Vorinostat als wirksame Substanzen gegen KMT2Ar-Leukämien identifiziert. Eine nun veröffentlichte Phase-I/II-Studie aus den USA und Kanada untersuchte erstmals die Verträglichkeit dieser beiden Wirkstoffe in Kombination mit einer ALL-Chemotherapie bei 50 neudiagnostizierten Säuglingen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination durchführbar ist, wobei Infektionen weiterhin eine erhebliche Ursache für Morbidität und Mortalität in dieser immunsupprimierten Patientengruppe darstellen.
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Medizin
 3 Min|
Neue Therapieansätze bei T-Zell-Leukämie im Kindesalte

Neue Therapieansätze bei T-Zell-Leukämie im Kindesalter

Kinder und Jugendliche mit T-Zell akuter lymphoblastischer Leukämie (T-ALL) sollen künftig wirksamer behandelt werden können. In einer internationalen Studie wird untersucht, ob ein zusätzliches Medikament die Leukämiezellen empfindlicher für Chemotherapie machen und so deren Wirkung verstärken kann. Durchgeführt wird die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Gunnar Cario an der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des UKSH, Campus Kiel.
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ASH 2025
 2 Min|
B-ALL: Modifiziertes Behandlungsschema unabhängig vom MRD-Status verbessert Gesamtüberleben
ASH 2025

B-ALL: Modifiziertes Behandlungsschema unabhängig vom MRD-Status verbessert Gesamtüberleben

Erhielten Patient:innen mit B-Vorläufer-akuter lymphoblastischer Leukämie (B-ALL) unabhängig vom Status der minimalen Resterkrankung (MRD) in der Erstlinie ein modifiziertes Behandlungsschema mit dem bispezifischen Antikörper Blinatumomab (Blina), verbesserte sich die Gesamtüberlebenszeit (OS) in dieser Kohorte. Zudem waren die Ergebnisse bei jüngeren Patient:innen verbessert, die eine strukturierte Behandlung im klinischen Setting erhielten.
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ALL
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CAR-T-Zell-Therapie mit Obe-cel bei Erwachsenen mit r/r B-ALL: Schlüsselfaktoren für längeres Überleben identifiziert
EHA 2025

CAR-T-Zell-Therapie mit Obe-cel bei Erwachsenen mit r/r B-ALL: Schlüsselfaktoren für längeres Überleben identifiziert

Die 41BB-ζ CD19-gerichtete CAR-T-Zell-Therapie mit Obecabtagen autoleucel (Obe-cel) hatte in der zulassungsrelevanten Phase-Ib/II-FELIX bei erwachsenen Erkrankten mit rezidivierter oder refraktärer B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (r/r B-ALL) anhaltende Remissionen bei einer geringen Rate an hochgradiger Immuntoxizität gezeigt [1]. In den USA ist Obe-cel in diesem Setting bereits zugelassen, in der EU wurde die Zulassung empfohlen. In einer bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) vorgestellten Untersuchung wurden – basierend auf den FELIX-Daten – klinische Faktoren evaluiert, die den Behandlungserfolg mit Obe-cel vorhersagen können [2]. Dadurch sollte geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen die CAR-T-Zell-Therapie als definitive Behandlung ohne nachfolgende Transplantation eingesetzt werden könnte.
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Acute lymphoblastic leukaemia (ALL). Doctor with stethoscope in turquoise coat holds note with medical term.
EHA 2025

Akute lymphatische Leukämie: Blinatumomab für die Konsolidierung einsetzen

In der Studie E1910 hatte der Einsatz von Blinatumomab in der Konsolidierungstherapie von Patient:innen mit akuter lymphatische Leukämie (ALL) im Alter von 30-70 Jahren zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) in der Gesamtpopulation geführt [1]. Während des EHA 2025 wurden die Ergebnisse der Subgruppenanalyse von Patient:innen < 55 Jahre aus der E1910 Studie vorgestellt [2].
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ALL
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Acute lymphoblastic leukemia (ALL) cancer cells in the blood flow - isometric view 3d illustration

Neue Perspektiven in der Risikostratifizierung der pädiatrischen ALL: Der PICOG-Score

Die Risikostratifizierung bei pädiatrischer akuter lymphatischer Leukämie (ALL) ist entscheidend für die Optimierung der Therapieintensität. Ein neuer Ansatz der Children’s Oncology Group (COG), der COG-Prognoseindex (PICOG), verspricht eine präzisere Differenzierung des Rezidivrisikos durch die Verwendung kontinuierlicher Variablen. In einer aktuellen Publikation wurden die Entwicklung und klinische Relevanz dieses innovativen Modells näher beleuchtet.
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ALL
 15 Min|
CME-Fortbildung

Die ALL bei Kindern und jungen Erwachsenen – ein Update zu Diagnostik und Therapie

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter und stellt trotz beachtlicher Fortschritte in Diagnostik und Therapie eine große Herausforderung dar. Die Überlebensraten haben sich durch neue Behandlungsstrategien in den letzten Jahrzehnten auf über 85% verbessert, doch schwere Komplikationen und Rezidive bleiben die Hauptursachen für Sterblichkeit. Dieser Artikel bietet eine umfassende Übersicht über aktuelle diagnostische Verfahren, Therapieansätze und zukunftsweisende Entwicklungen, in der Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit ALL.
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Kasuistiken
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Akute lymphatische Leukämie Blutausstrich
Interaktive Kasuistik

13-Jähriger mit Leukozytose und 32% Blasten im peripheren Blut

Ein 13-jähriger Junge wurde zur weiteren diagnostischen Abklärung aufgrund des Verdachts auf eine onkologische Erkrankung aus einem peripheren Krankenhaus in unsere Abteilung überwiesen. Der Patient berichtete über eine seit etwa 2 Wochen zunehmende Schwellung im linken zervikalen Bereich sowie über seit ungefähr einem Monat bestehende Kopfschmerzen, Husten und Übelkeit. Objektive Begleitsymptome wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder weitere Anzeichen einer Infektion wurden verneint. In der ersten Laboranalyse zeigte sich eine ausgeprägte Leukozytose mit 30.000/µl sowie ein Blastenanteil von 32% im peripheren Blut.
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Medizin
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B-ALL: Blinatumomab erhält Zulassungserweiterung

Wie der Hersteller bekannnt gab, hat die Europäische Kommission eine Zulassungserweiterung von Blinatumomab genehmigt: Ab sofort kann der monoklonale Antikörper als Monotherapie auch zur Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-negativer, CD19-positiver B-Zell-Vorläufer akuter lymphatischer Leukämie (B-ALL) im Rahmen der Konsolidierungstherapie angewendet werden (1, 2).
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Medizin
 3 Min|

Weniger Chemotherapie: Internationale Studie zur schonenderen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Leukämie

Der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, mit seinem Studienzentrum zu Leukämie im Kindes- und Jugendalter unter Leitung von Prof. Dr. Gunnar Cario ist es gelungen, eine Förderung in Höhe von 3 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe einzuwerben: Hauptziel der neuen Studie ist zum ersten Mal, für eine relevante Zahl an Kindern mit Leukämie, die eine exzellente Prognose haben, die Chemotherapie und damit die Nebenwirkungen drastisch zu reduzieren, ohne dass die Heilungschancen dadurch beeinträchtigt werden.
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