Journal Hämatologie

GvHD

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GvHD

Allogene Stammzelltransplantation: Was gibt es Neues zur GvHD-Prophylaxe?

Die Transplantation allogener hämatopoetischer Stammzellen (alloSCT) ist nach wie vor eine wirksame Therapie gegen maligne und nicht-maligne hämatologische Erkrankungen, die allerdings auch eine Schattenseite hat: Neben dem potenziell kurativen Graft-versus-Tumor-Effekt kann es zu unerwünschten toxischen Wirkungen in Form einer akuten oder chronischen Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) kommen, die mit erheblicher Morbidität verbunden sein und im schlimmsten Fall letal ausgehen kann. Die Prophylaxe der GvHD stellt einen Spagat zwischen der Verhinderung dieser unerwünschten Reaktionen bei gleichzeitigem Erhalt des für die Wirksamkeit der Therapie essenziellen Graft-versus-Tumor-Effekts dar. Einen Überblick gaben Mahasweta Gooptu und John Koreth von der Harvard Medical School in Boston in einer Education Session des letzten ASH-Kongresses im Dezember 2025 [1], und beim Kongress der European Hemtaology Association im Juni 2026 in Stockholm wurden eine Reihe neuer Ansätze vorgestellt.
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GvHD
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Trockenes Auge

Okuläre Graft-versus-Host-Disease

Die okuläre Graft-versus-Host-Erkrankung (oGvHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (alloSCT) ist eine teilweise schnell fortschreitende entzündliche und destruierende Augenoberflächenerkrankung, die bei über 40% der Patient:innen auftritt. Bei ungebremster Progression führt die oGvHD zu einer starken Reduktion der Lebensqualität aufgrund von Schmerzen, Sehverlust und abnehmender Belastungsfähigkeit der Augen. In schweren Fällen führt die oGvHD zur Erblindung. Klinisch zeigt sich vor allem eine schwere Benetzungsstörung der Augen aufgrund der Destruktion der Tränendrüse. Früh erkannt und richtig therapiert können viele Komplikationen vermieden werden. Aus diesem Grund ist eine augenärztliche Versorgung von Patient:innen vor und nach alloSCT äußerst wichtig.
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GvHD
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JAK-Inhibitor Ruxolitinib

Akute GvHD mit Ruxolitinib-Refraktärität: Frühere Therapieeskalation bei Hochrisiko-Patient:innen

Die akute Graft-versus-Host-Erkrankung (aGvHD) zählt neben der chronischen GvHD zu den gefährlichen Komplikationen nach einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT). Sie wird zunächst mit Kortikosteroiden behandelt, bei steroidrefraktärer aGvHD mit Ruxolitinib. Seit 2020 gilt eine international anerkannte Definition dafür, ab wann ein Therapieversagen von Ruxolitinib vorliegt. Insbesondere bei der aGvHD mit schwerer Gastrointestinal (GI)-Beteiligung hat die klinische Realität diese Einschätzung jedoch überholt. Die vorliegende Arbeit plädiert daher für eine Überarbeitung dieser Kriterien.
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GvHD
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GvHD
Akute Leukämien/MDS

Orca-T-Immuntherapie verringert cGvHD-Risiko gegenüber konventioneller alloSCT

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloSCT) gilt als wichtige und kurative Therapiesäule bei akuten Leukämien (AL) und myelodysplastischen Neoplasien (MDS) mit hohem Risiko [1]. Mit der Transplantation werden Spender-T-Zellen übertragen, die einerseits verbliebene Leukämiezellen angreifen – der erwünschte Graft-versus-Leukemia-Effekt –, andererseits aber gesundes Empfängergewebe attackieren und eine Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) auslösen können, weshalb mit der alloSCT stets eine GvHD-Prophylaxe einhergehen muss. Eine selektive Kontrolle der Spender-T-Zell-Funktion, die gleichzeitig eine Immunwiederherstellung ermöglicht und einer GvHD vorbeugt, wird daher benötigt. Nun wurde in der Phase-III-Studie Precision-T mit dem Produkt Orca-T eine Weiterentwicklung der konventionellen alloSCT evaluiert: Der wesentliche Unterschied liegt neben der Aufbereitung in der zeitlich getrennten Gabe der Spender-Zellen. In der Studie senkte Orca-T das Risiko für eine moderate bis schwere chronische GvHD (cGvHD) im Vergleich zu einer konventionellen alloSCT signifikant.
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GvHD
 4 Min|
Innovationen finanzieren: Forschungszulage ermöglicht neue Wege in der GvHD-Therapie

Innovationen finanzieren: Forschungszulage ermöglicht neue Wege in der GvHD-Therapie

Die Graft-versus-Host-Reaktion (Graft-versus-Host-Desease, GvHD) zählt zu den schwersten Komplikationen nach einer Stammzelltransplantation. Hierbei handelt es sich um eine Reaktion von transplantierten Immunzellen gegen den Wirtsorganismus. Neue Therapieansätze mit dem Antikörper Tregalizumab zielen darauf ab, das immunologische Gleichgewicht gezielt wiederherzustellen. Das Biotech-Start-up T-Balance Therapeutics treibt die klinische Entwicklung dieses Wirkstoffs voran. Für das junge Unternehmen stellte die jahrelange Entwicklungsarbeit eine finanzielle Herausforderung dar. Durch die steuerliche Forschungszulage und die strategische Begleitung durch PFIF Partner für Innovation & Förderung erhielt das Unternehmen von 2020 bis 2025 eine Förderung in Höhe von rund einer Million Euro und sicherte so den Forschungsprozess nachhaltig ab.
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EHA 2026
 4 Min|
ATG/ATLG bleibt Standard zur GvHD-Prophylaxe bei allo-SCT
EHA 2026

ATG/ATLG bleibt Standard zur GvHD-Prophylaxe bei alloSCT

Sowohl Post-Transplant Cyclophosphamide (PTCy) als auch Anti T-Lymphozyten-Globulin (ATLG) oder Anti-Thymozyten-Globulin (ATG)– gewonnen aus Blut von Kaninchen, die mit der Jurkat-T-Zelllinie bzw. humanen Thymozyten immunisiert wurden – werden im Kontext einer allogenen Stammzelltransplantation (allo-SCT) zur Prophylaxe einer Graft-versus-host-Erkrankung (GvHD) bei HLA-kompatiblen nicht-verwandten oder verwandten Spender:innen eingesetzt. Erstmals wurden nun beide Strategien in einer großen Phase-III-Studie mit Nicht-Unterlegenheits-Design direkt miteinander verglichen, und zwar im Hinblick auf Überlebensparameter und ihre Fähigkeit, der GvHD vorzubeugen. Prof. Johannes Schetelig von der Bereichsleitung Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden, stellte die Daten, die mit ATG/ATLG einen Sieger hervorbrachten, beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vor [1].
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EHA 2026
 2 Min|
Graft Versus Host Disease
EHA 2026

Refraktäre cGvHD: Belumosudil + Ruxolitinib zeigt hohe Ansprechraten

Stammzelltransplantierte Patient:innen mit fortgeschrittener chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) nach mehreren Vortherapien benötigen eine gleichzeitige Blockade multipler Signalwege. Eine auf dem EHA präsentierte multizentrische Studie belegt die Wirksamkeit und Sicherheit der dualen JAK/ROCK-Inhibition bei Patienten mit mehrfach vorbehandelter, Ruxolitinib-refraktärer cGvHD [1].
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EHA 2026
 2 Min|
GvHD
EHA 2026

Serum-Biomarker als Frühindikatoren für akute Graft-versus-Host-Disease nach alloSCT

Eine retrospektive Studie mit 106 Patient:innen nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen spezifischen Zytokinen und dem Auftreten sowie der Schwere der akuten GvHD. Besonders sST2 (soluble Suppression of Tumorigenicity 2) erwies sich als vielversprechender prädiktiver Marker über alle untersuchten Zeitpunkte [1].
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Medizin
 2 Min|

Belumosudil erhält bedingte EU-Zulassung für chronische Graft-versus-Host-Erkrankung

Die Europäische Kommission hat eine bedingte Marktzulassung für Belumosudil zur Behandlung der chronischen Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg erteilt [1]. Belumosudil wird angewendet, wenn andere Behandlungsoptionen einen begrenzten klinischen Nutzen bieten, nicht geeignet sind oder ausgeschöpft wurden. Die bedingte Marktzulassung ist an den Abschluss einer bestätigenden, randomisierten kontrollierten Studie geknüpft. Sie folgt der positiven Stellungnahme des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur vom 30. Januar 2026.
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Medizin
 1 Min|

CHMP empfiehlt Zulassung von Belumosudil zur Behandlung der chronischen Graft-versus-Host-Erkrankung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt in einer positiven Stellungnahme die bedingte Zulassung des ROCK2-Inhibitors Belumosudil zur Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg mit chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD), wenn andere Behandlungsoptionen einen begrenzten klinischen Nutzen bieten, nicht geeignet sind oder ausgeschöpft wurden.
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GvHD
 2 Min|
cGvHD: Belumosudil zwischen klinischer Praxis und Regulierung

cGvHD: Belumosudil zwischen klinischer Praxis und Regulierung

Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung ist eine häufige Spätkomplikation nach allogener Stammzelltransplantation, bei der Spenderimmunzellen Empfängergewebe und -organe schädigen. Ab der dritten Therapielinie fehlen zugelassene Behandlungsoptionen. Im Rahmen einer Post-ASH-Pressekonferenz wurden der Therapieansatz von Belumosudil, der Zulassungsstatus sowie beim ASH präsentierte Daten diskutiert.
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Medizin
 2 Min|
CD47-Blockade verhindert GvHD nach Stammzelltransplantation

CD47-Blockade verhindert GvHD nach Stammzelltransplantation

Im Rahmen des SFB TRR 221 wurde in einer Studie das Oberflächenprotein CD47 als Schlüsselfaktor identifiziert, der es alloreaktiven T-Zellen ermöglicht, sich der Beseitigung durch Makrophagen zu entziehen und die Graft-versus-Host-Disease (GvHD) zu verschlimmern. Eine gezielte Bekämpfung von CD47, durch eine Antikörpertherapie könnte die Beseitigung pathogener T-Zellen verbessern und somit die GvHD nach einer allogenen Stammzelltransplantation verhindern.
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Medizin
 3 Min|
Chronische Graft-versus-Host-Erkrankung: Vom ungedeckten Therapiebedarf zu neuen Lösungsansätzen

Chronische Graft-versus-Host-Erkrankung: Vom ungedeckten Therapiebedarf zu neuen Lösungsansätzen

Jährlich erhalten in Deutschland über 3.000 Patient:innen eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloHSCT) [1]. Etwa bei 50% der Patient:innen kommt es zu einer schwerwiegenden Komplikation, der chronischen Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) [2, 3]. Der Bedarf an neuen Therapieoptionen bei cGvHD ist hoch [4]. Um die Versorgung der Betroffenen zu verbessern, sind innovative Therapieansätze erforderlich, die gezielt die komplexen Pathomechanismen der Erkrankung adressieren [4].
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GvHD
 8 Min|
Holzwürfel mit den Buchstaben G, V, H, D, davor liegen Tabletten

Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung: Neue Therapieoptionen und aktuelle Studien

50% der transplantierten Patient:innen entwickeln eine chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD), die damit die häufigste Spätkomplikation nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) darstellt. Neben dem Rezidiv der Grund-erkrankung ist sie die wichtigste Ursache für Morbidität und Mortalität (ca. 25%) nach Transplantation. In der Mehrzahl der Fälle manifestiert sich die cGvHD 3 Monate bis 2 Jahre nach alloSCT. In den letzten 2 Jahrzehnten hat die Inzidenz der cGvHD zugenommen, was u.a. dem steigenden Patientenalter und der zunehmenden Anzahl nicht verwandter Spender:innen zugerechnet wird [1].
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GvHD
 2 Min|
Anti-CD25-Antikörper reduziert GVHD und Mukositis nach Stammzelltransplantation
EHA 2025

Anti-CD25-Antikörper reduziert GVHD und Mukositis nach Stammzelltransplantation

Methotrexat (MTX) stellt bislang einen zentralen Baustein in der Prophylaxe der Graft-versus-Host-Erkrankung (GVHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) dar. Die Anwendung von MTX ist jedoch mit unerwünschten Nebenwirkungen wie einer verzögerten hämatopoetischen Regeneration und oraler Mukositis assoziiert. Im Rahmen des Kongresses der European Hematology Association (EHA) 2025 wurden nun Studienergebnisse präsentiert, in denen die Wirksamkeit und Sicherheit eines humanisierten, monoklonalen Anti-CD25-Antikörpers als Alternative zu MTX zur GVHD-Prophylaxe bei Patient:innen untersucht wurde, die zuvor eine CAR-T-Therapie und anschließend eine HSCT erhalten hatten [1].
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GvHD
 2 Min|
Blood sample for Graft versus host disease(GvHD). condition that might occur after an allogeneic transplant which someone receives bone marrow tissue or cells from a donor.
EHA 2025

Neuer Standard der GvHD-Prophylaxe nach allogener Transplantation von gematchtem Verwandten-Spender

Bei der allogenen Stammzelltransplantation von einem gematchten Verwandten-Spender wird zur Prophylaxe einer Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) bisher routinemäßig ein Calcineurin-Inhibitor (Ciclosporin oder Tacrolimus) in Kombination mit einem Antimetaboliten (Methotrexat oder Mycophenolat) gegeben. In einer randomisierten US-amerikanischen Studie schien die Zugabe von Cyclophosphamid zu dieser Kombination das GvHD- und rezidivfreie Überleben nach einem Jahr zu verlängern. Die Australasian Leukaemia and Lymphoma Group stellte bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Mailand eine weitere Phase-III-Studie vor, der zufolge man den Antimetaboliten weglassen kann und dennoch ein erheblich besseres Resultat erzielt als mit Calcineurin-Inhibitor und Methotrexat.
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AML
 2 Min|
ASCO 2025

AML: Studie untersucht reduzierte Cyclophosphamid-Dosis nach Transplantation

Die Prophylaxe der Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) mittels posttransplantativem Cyclophosphamid (PTCy) ist ein etabliertes Verfahren, geht jedoch häufig mit erheblichen Nebenwirkungen einher. Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2025 wurden nun erste Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die eine reduzierte PTCy-Dosis bei Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) untersuchte [1].
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