Sparpaket für Krankenkassen trifft auf breite Skepsis
Das geplante Sparpaket der schwarz-roten Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge trifft laut einer Umfrage auf viel Skepsis - einzelne Maßnahmen werden aber auch unterstützt. Das zentrale Ziel, die steigenden Gesundheitsausgaben zu bremsen, lehnen 61% der Befragten ab, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab – voll und ganz lehnen es 32% ab, eher dagegen sind 29%. Tendenziell zustimmend äußerten sich ebenfalls 29%.
Sparpaket soll Milliarden-Entlastung für Kassen bringen
Das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll die gesetzlichen Krankenkassen nach Jahren mit stark steigenden Ausgaben 2027 in Milliardenhöhe entlasten, um erneute Beitragserhöhungen zu vermeiden. Dafür sollen Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche kommen - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
Gerechte Verteilung der Lasten?
Gefragt nach ihrem persönlichen Eindruck, gaben 72% der Befragten an, dass Lasten bei Einsparungen zwischen Anbietern im Gesundheitswesen und Versicherten „eher nicht gerecht verteilt“ würden. Als „eher gerecht verteilt“ erscheint es demnach 10% der Befragten. Jedoch antworteten auch 18% auf die Frage nach ihrem Gerechtigkeitseindruck mit „weiß nicht“. Für die Umfrage wurden vom 12. bis 15. Juni 2.154 Personen ab 18 Jahren befragt.
Anhebung der Bemessungsgrenze und Homöopathie-Streichung mehrheitlich befürwortet
Bei der Akzeptanz bestimmter Sparmaßnahmen zeigt sich in der Umfrage ein gemischtes Bild. Auf 69% Zustimmung trifft, dass Gutverdiener über eine Anhebung der Bemessungsgrenze auf einen größeren Teil ihres Einkommens Beiträge zahlen sollen - voll und ganz befürworten dies 36%, weitere 33% äußerten sich eher befürwortend. Mehrheitlich positiv kommt auch an, dass homöopathische Mittel nicht mehr von den Kassen bezahlt werden sollen - voll und ganz dafür sind 30%, eher dafür weitere 23%.
Breites Nein zu höheren Zuzahlungen
Von fast drei Vierteln (72%) abgelehnt wird dagegen laut Umfrage die geplante Anhebung der Zuzahlungen für Medikamente in Apotheken - voll und ganz dagegen sind 44%, eher ablehnend äußerten sich 28%. Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern lehnen demnach 36% voll und ganz ab, weitere 21% lehnen es eher ab.
Quelle:dpa