Journal Hämatologie
Gesundheitspolitik

Zweistellige Milliardenlücken ab 2027

Ministerin Nina Warken (CDU) sprach von einer weiterhin schwierigen Lage. „Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen, auch in diesem Jahr.“ Im vergangenen Jahr standen Einnahmen von 355,9 Milliarden Euro Ausgaben von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Insgesamt stiegen die Leistungsausgaben um 7,9%. Treiber seien Klinikbehandlungen mit plus 9,6% gewesen, erläuterte das Ministerium. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,9% und für Behandlungen in den Praxen um 7,6%.

Warken sagte zur Entwicklung, zwar habe man die Finanzlage für 2026 kurzfristig stabilisieren und große Beitragssatzsprünge zum Jahreswechsel vermeiden können. Ab 2027 seien aber jedes Jahr Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten. „Unser zentrales politisches Ziel ist und bleibt die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze, indem wir den Entwicklungen der vergangenen Jahre endlich etwas entgegensetzen.“ Ende März soll eine Expertenkommission Vorschläge dafür vorlegen.

Überprüfung der „echten Kostentreiber“ gefordert

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte: „Wenn Ministerin Warken die Beiträge stabilisieren will, muss sie an die echten Kostentreiber ran: überhöhte Arzneimittelpreise, ineffiziente Krankenhausstrukturen und den Abbau von Über- und Fehlversorgung.“ Allein eine konsequente Reform der Notfallversorgung könnte rund fünf Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

Nachdem Anfang 2025 zahlreiche Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöht hatten, gab es nun weitere Anhebungen. Zum 1. Januar 2026 erhöhten 43 Kassen ihre Beitragssätze, wie das Ministerium mitteilte. Bei 47 Kassen blieb er stabil, zwei Kassen senkten ihren Zusatzbeitragssatz zum Jahresbeginn.

Quelle:

dpa