Journal Hämatologie
Gesundheitspolitik

Beitragszuschlag von 0,1 Prozentpunkten im Gespräch

Demnach erwägt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bei der Reform der Pflegeversicherung, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent anzuheben. Warkens Ministerium wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen, sondern verwies auf ein kommendes Gesamtkonzept. Wann dies vorgelegt wird, blieb offen.

Laut RND liefe die Idee darauf hinaus, dass Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3% zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es demnach bei den bisherigen Sätzen von 3,6% (ein Kind), 3,35% (zwei Kinder) beziehungsweise 3,1% (drei Kinder).

DAK-Chef: Pflegebeitrag könnte noch dieses Jahr steigen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, der auch für die Pflegekassen zuständig ist, hatte von wachsenden Finanzlöchern berichtet. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Der Vorstandschef der großen Krankenkasse DAK, Andreas Storm, warnt eindringlich vor den Folgen. 

„Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ein Notfallpatient, der schnelle Rettungsmaßnahmen benötigt“, sagte Storm der dpa. „Passiert nichts, brauchen mehrere Pflegekassen kurzfristig Finanzhilfen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.“ Noch in diesem Jahr seien steigende Kosten für Versicherte denkbar, fügte er hinzu: „Angesichts des neuen aktuellen Milliardendefizits ist auch eine Beitragserhöhung von bis zu 0,2 Prozentpunkten in der zweiten Jahreshälfte zu befürchten.“

Rückzahlung der Corona-Hilfen nötig

Der Bund müsse „den Einstieg in die Rückzahlung der Corona-Hilfen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro schaffen“, meinte Storm. Dabei geht es um Mehrkosten, die während der Pandemie von den Pflegekassen getragen wurden, aber aus deren Sicht aus Steuermitteln beglichen werden sollten. 

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Für die Pflegereform forderte Storm einen neuen Anlauf nach der Sommerpause. „Die bislang bekanntgewordenen Reforminhalte würden die Pflegekrise nicht lösen, sondern weiter verschärfen“, meinte der frühere CDU-Gesundheitspolitiker.

Quelle:

dpa