Journal Hämatologie

Lymphome | Beiträge ab Seite 27

Beiträge zum Thema Lymphome

Cevostamab ist ein neuer bispezifischer Antikörper, der bei stark vorbehandelten Patient:innen mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom (r/r MM) zu einem dauerhaften und tiefen Ansprechen führt, wie die aktualisierten Ergebnisse einer laufenden Phase-1-Studie zeigen (1). Die Gesamtansprechrate (ORR) war von der Höhe der Zieldosis abhängig, nicht jedoch die Rate des Zytokinfreisetzungs-Syndroms (Cytokine Release Syndrome=CRS). Bei der Aufdosierung in 2 Schritten zeigte sich im Vergleich zu einer Aufdosierung in einem Schritt ein Trend für ein verbessertes Sicherheitsprofil im ersten Zyklus.
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Multiples Myelom

r/r MM: CAR-T-Zell-Therapie mit Idecabtagen vicleucel

Idecabtagen vicleucel (Ide-Cel) ist eine gegen das B-Cell Maturation Antigen (BCMA) gerichtete CAR-T-Zell-Therapie, die bei mehrfach vorbehandelten Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom (r/r MM) eingesetzt werden kann und in der Zulassungsstudie KarMMa zu schnellen, tiefen und anhaltenden Remissionen führte (1). Gegenüber Vergleichstherapien, die in diesem Setting ebenfalls zugelassen sind – Selinexor plus Dexamethason sowie Belantamab Mafodotin – zeigt die CAR-T-Tell-Therapie offenbar Wirksamkeitsvorteile. Das legt ein Vergleich der Effektivitätsdaten der jeweiligen Zulassungsstudien mittels des statistischen Verfahrens des Matching-adjustierten indirekten Vergleichs (MAIC) nahe (1). Die Überlegenheit von Ide-Cel auf Basis des MAIC-Verfahrens bestätigte sich auch nach längeren Follow-up-Zeiten, wie aktuelle Daten von der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2021 zeigen (2).
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Multiples Myelom

r/r MM: Real-world-Daten zu ORR und Keratopathie-Rate unter Belantamab Mafodotin

Belantamab Mafodotin, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf Plasmazellen gerichtet ist, war das erste Anti-BCMA-ADC, das von der FDA zur Behandlung von Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (r/r MM) zugelassen wurde. In der Phase-II-Studie DREAMM-2 betrug die Gesamtansprechrate 31-34% (1). Studienpopulationen entsprechen jedoch nicht dem Patientenklientel im klinischen Alltag, da die strengen Einschlusskriterien z.B. Patient:innen mit bestimmten Komorbiditäten oft ausschließen. Beim ASH 2021 wurde nun eine Analyse vorgestellt, die Ansprechraten, Dosismodifikationen und die Häufigkeit von Nebenwirkungen wie Keratophatie und verminderte Sehschärfe bei der Behandlung mit Belantamab Mafodotin im Real-world-Setting untersuchte (2).
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Mantelzell-Lymphom

r/r Mantelzell-Lymphom: Hohe Ansprechraten mit Glofitamab auch nach Versagen einer BTK-Inhibitor-Therapie

Durch eine Monotherapie mit dem stufenweise aufdosierten bispezifischen Antikörper Glofitamab können bei Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Mantelzell-Lymphom (r/r MCL) hohe Ansprechraten erreicht werden, auch und gerade bei jenen, die nach einer Behandlung mit einem Bruton-Tyrosinkinase(BTK)-Inhibitor einen Progress erlitten haben. Durch eine Vortherapie mit Obinutuzumab kann das Risiko für unerwünschte Effekte minimiert werden, wie aktuelle Daten von der Jahrestagung der American Society für Hematology (ASH) zeigen (1).
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Non-Hodgkin-Lymphom

r/r B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome: Mosunetuzumab zeigt vielversprechende Aktivität

Die subkutane Verabreichung des bispezifischen Antikörpers Mosunetuzumab, kombiniert mit einer stufenweisen Aufdosierung im ersten Zyklus, zeigt bei mehrfach vorbehandelten Patient:innen mit rezidivierten/refraktären (r/r) B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen (r/r B-NHL) ein günstiges Sicherheitsprofil, sodass eine ambulante Behandlung ohne obligatorischen Krankenhausaufenthalt möglich erscheint. Das zeigen die ersten Daten einer laufenden Phase I/II-Studie, die bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2021 präsentiert wurden (1). Durch diesen neuen Applikationsansatz, der auch eine ermutigende Aktivität zeigte, könnte das Risiko für Zytokinfreisetzungssyndrome (CRS) minimiert werden.
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Non-Hodgkin-Lymphom

r/r NHL und unbehandeltes DLBCL: Vielversprechende Daten zu Glofitamab

Bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2021 machte der bispezifische Antikörper Glofitamab mit interessanten Daten bei Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) auf sich aufmerksam. Glofitamab zeichnet sich durch eine 2:1 Formulierung mit zwei Bindungsstellen für CD20 und einer Bindungsstelle für CD3 aus. In einer Phase-I/II-Studie führte Glofitamab als Monotherapie bei intensiv vorbehandelten Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem (r/r) NHL) zu einem dauerhaften Ansprechen (1). Vorläufige Ergebnisse einer Phase-Ib-Studie legen zudem nahe, dass Glofatimab auch in Kombination mit R-CHOP bei Patient:innen mit r/r NHL oder in der Erstlinienbehandlung des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) hohe Ansprechraten erreicht und insbesondere beim zuvor unbehandelten DLBCL gut verträglich ist (2).
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Multiples Myelom

Multiples Myelom: D-VTd in der Induktion und Konsolidierung

Auf dem ASH 2021 wurde eine detaillierte Analyse der MRD-Negativität von Patient:innen mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM) aus der CASSIOPEIA-Studie vorgestellt (1). Es stellte sich heraus, dass die höchsten MRD-Negativitätsraten und die am längsten andauernde MRD-Negativität durch Induktion und Konsolidierung mit D-VTd und Daratumumab(DARA)-Erhaltungstherapie erreicht werden. DARA in der Erhaltungsphase verbesserte im Vergleich zur alleinigen Beobachtung die MRD-Negativität nicht signifikant bei Patientinnen und Patienten, die mit D-VTd* behandelt worden waren, jedoch in der Gruppe, die eine Induktion/Konsolidierung mit VTd* erhalten hatte.
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Multiples Myelom

r/rMM: Zulassung der ersten anti-BCMA-CAR-T-Zelltherapie

Die Europäische Kommission (EMA) hat eine bedingte Marktzulassung für Idecabtagen vicleucel (Ide-Cel) erteilt. Somit ist Ide-cel die erste („first-in-class“) gegen das B-Zell-Reifungsantigen (B-cell maturation antigen; BCMA) gerichtete chimäre Antigenrezeptor- (CAR-)T-Zelltherapie (chimeric antigen receptor t-cell; CAR T). Die Zulassung umfasst die Behandlung von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom, die mindestens 3 vorausgegangene Therapien, einschließlich eines Immunmodulators, eines Proteasominhibitors und eines Anti-CD38-Antikörpers erhalten und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben (1).
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Multiples Myelom

Neudiagnostiziertes Multiples Myelom: Update der GRIFFIN-Studie bestätigt signifikante Vorteile durch Addition von Daratumumab zu VRd

Die Phase-II-Studie GRIFFIN verglich eine Induktions-/Konsolidierungstherapie mit Daratumumab (D) plus VRd (Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason) gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Daratumumab/Lenalidomid mit alleinigem VRd gefolgt von einer Lenalidomid-Erhaltungstherapie bei Patient:innen mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom (MM), die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASCT) geeignet waren. Beim Amerikanischen Hämatologiekongress (ASH) 2021 wurde eine aktualisierte Analyse der Wirksamkeit und Sicherheit nach 24 Monaten Erhaltungstherapie oder Ende der Therapie vorgestellt. Die Daten, die eine mediane Nachbeobachtungszeit von über 3 Jahren berücksichtigten, bestätigen erneut signifikant mehr tiefe und dauerhafte Remissionen, inklusive stringenter kompletter Remissionen und MRD-Negativität bei Hinzunahme des CD38-Antikörpers Daratumumab (1).
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Medizin

NSCLC: Früherkennung von Rezidiven mit Liquid Biopsy

Bestimmten Formen von Lungenkrebs liegt eine Erbgut-Umlagerung im ALK-Gen zugrunde. In diesen Fällen kann eine Behandlung mit einem spezifischen zielgerichteten Medikament das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Doch früher oder später entstehen Resistenzen gegen die Therapie. Wissenschaftler:innen im Deutschen Krebsforschungszentrum und im NCT Heidelberg zeigen nun in einer Machbarkeitsstudie, dass über den Nachweis tumorspezifischer DNA im Blut vieler Patient:innen die Resistenzentwicklung früher erkannt werden kann als mit bildgebenden Verfahren.
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Non-Hodgkin-Lymphom

1 Jahr Mogamulizumab – Erfahrungen und Ausblicke

Seit der Zulassung von Mogamulizumab vor etwa 1 Jahr steht erstmals eine zielgerichtete Antikörpertherapie für die Behandlung erwachsener Patienten mit Mycosis fungoides und dem Sézary-Syndrom zur Verfügung, die mindestens eine vorherige systemische Therapie erhalten haben. Die Charakteristika dieser beiden Subtypen der kutanen T-Zell-Lymphome, neue Erkenntnisse aus der MAVORIC-Studie, erste Erfahrungen aus der Praxis sowie multimodale Behandlungsansätze wurden bei einer digitalen Pressekonferenz vorgestellt.
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Lymphome

Erstlinientherapie mit Cemiplimab beim fortgeschrittenen NSCLC

Seit diesem Jahr steht mit dem PD(programmed-cell-death)-1-Inhibitor Cemiplimab eine neue Erstlinientherapie für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ohne therapierbare Treibermutation und mit Nachweis einer PD-L1-Expression auf mindestens 50% der Tumorzellen (PD-L1 ≥ 50%) zur Verfügung. Die Zulassung umfasst neben metastasierten Patientinnen und Patienten auch jene mit lokal fortgeschrittenem und nicht mehr operablem NSCLC, die für eine definitive Radio-Chemotherapie nicht geeignet sind (1). Eine aktuelle post-hoc-Analyse der Zulassungsstudie EM-POWER-Lung 1 untermauert die Wirksamkeit von Cemiplimab für diese Subgruppe (2).
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CLL

CLL: Durch zeitlich begrenzte Therapie den Selektionsdruck mindern

„Eine regelrechte Evolution hat es in den letzten Jahren in der Therapie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) gegeben“, berichtete Prof. Dr. Ulrich Jäger, Wien, Österreich. Der Weg führte von der Chemotherapie über zeitlich begrenzte Chemo-/Immuntherapie über die hoch effektiven BTK-Inhibitoren hin zu dem antineoplastisch wirksamen BCL-2-Inhibitor Venetoclax sowie zu den jeweiligen Kombinationen.
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Lymphome
Serie

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Patient:innen mit malignen hämatologischen Erkrankungen

Während der COVID-19-Pandemie wurden Patient:innen mit malignen hämatologischen Erkrankungen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere die erhöhte Infektionsanfälligkeit führte zu erheblichen Bedenken hinsichtlich einer erhöhten COVID-19-bedingten Morbidität und Mortalität. Darüber hinaus finden sich auch immer mehr Hinweise auf negative psychosoziale Auswirkungen. Um diese und weitere Einflüsse sowie die Erfahrungen und Bedürfnisse von Krebspatient:innen zu analysieren, wurden diese zu ihren Sorgen und Ängsten während der Pandemie, zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Krankheitsbewältigung, zum Zugang zu Informationen und zu externer Unterstützung sowie zu Änderungen des Lebensstils und zur Einstellung gegenüber neuen Modellen der Gesundheitsversorgung, wie beispielsweise Telemedizin, befragt. Die Studie aus Australien (1), die zwischen August und November 2020 durchgeführt wurde, ist dabei Teil eines umfassenden Projekts zur Untersuchung der psychosozialen Folgen der COVID-19-Pandemie auf Patient:innen mit hämatologischen Krebserkrankungen.
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Multiples Myelom

Autologe Stammzelltransplantation als wesentliches Therapieelement in der Behandlung des Multiplen Myeloms

In der Therapie des Multiplen Myeloms (MM) haben die Hochdosischemotherapie (HDT) und nachfolgende autologe Stammzelltransplantation (autoSCT) trotz der rasanten Weiterentwicklung neuer Substanzen und Therapiemöglichkeiten einen anhaltenden Stellenwert für geeignete Patient:innen in der Erstlinientherapie. Durch die Kombination von monoklonalen Antikörpern, Proteasom-Inhibitoren, Immunmodulatoren und Steroiden erfolgte eine Weiterentwicklung der Erstlinientherapie. Diese erreicht in Kombination mit einer HDT bei den meisten Patient:innen hohe Ansprechraten sowie tiefe, anhaltende Remissionen. In diesem raschen Wandel ist es auch in Zukunft notwendig, den Stellenwert der HDT immer wieder neu zu bewerten.
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Multiples Myelom

Smoldering Multiples Myelom

Beim Smoldering Multiplen Myelom (SMM) – dem schwelenden Multiplen Myelom – handelt es sich um eine asymptomatische proliferative Plasmazellerkrankung, welche im Vergleich zur Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) mit einem deutlich erhöhten Risiko eines Übergangs in ein symptomatisches bzw. therapiebedürftiges Multiples Myelom (MM) verbunden ist. Basierend auf der erst kürzlich eingeführten 2/20/20-Regel erfolgt die Unterteilung in 3 Progressrisikogruppen unter Berücksichtigung des M-Proteins im Serum, des Plasmazellanteils im Knochenmark und der Ratio aus involvierter und nicht-involvierter freier Leichtkette im Serum. Zugelassene Therapiemöglichkeiten für das SMM bestehen zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Im Falle einer Hochrisikokonstellation empfiehlt sich eine Behandlung im Rahmen von klinischen Studien.
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