Journal Hämatologie
Entitätsübergreifend
Prof. Dr. Monika Brüggemann

Prof. Dr. Monika Brüggemann

Die Behandlung lymphatischer Neoplasien hat sich durch zielgerichtete Substanzen, monoklonale Antikörper und zelluläre Therapien grundlegend verändert. Mit zunehmend wirksamen Therapien werden immer tiefere Remissionen erreicht, sodass Bildgebung und klinische Beurteilung an ihre Nachweisgrenzen stoßen. Die Bestimmung der MRD mit einer Sensitivität von bis zu 10⁻⁶ schließt hier eine diagnostische Lücke. MRD-Negativität zählt bei zahlreichen lymphatischen Neoplasien zu den stärksten prognostischen Faktoren und wird zunehmend zur Risikostratifizierung und Therapiesteuerung eingesetzt, wie wir in unserem Übersichtsartikel erläutern.

Die Spättoxizitäten der Therapie einer akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter erörtert Prof. Dr. Gabriele Escherich. Bei Heilungsraten von > 90% leidet ein großer Teil der Langzeitüberlebenden unter Spätfolgen, deren Erfassung weiterhin unzureichend standardisiert ist. Prof. Dr. Johannes Lübke et al. stellen in ihrem Beitrag die differentialdiagnostische Abklärung einer Eosinophilie vor, von reaktiven Ursachen hin zu seltenen, klonalen Neoplasien. Zu den wichtigsten klonalen Entitäten zählen z.B. die chronische Eosinophilenleukämie und die systemische Mastozytose. Mit diesem Beitrag können Sie 1 CME-Punkt erwerben.

Dr. Philipp Nakov

Dr. Philipp Nakov

Aktuelle Entwicklungen rund um die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloSCT) und die GvHD stehen im Mittelpunkt der weiteren Beiträge. Prof. Dr. Philipp Steven beschreibt die okuläre GvHD, die bei über 40% der Patient:innen auftritt, und betont die Bedeutung der augenärztlichen Versorgung vor und nach der Transplantation. Dr. Marion Adam und Prof. Dr. Robert Zeiser diskutieren, warum bei Hochrisiko-Patient:innen mit schwerer gastrointestinaler akuter GvHD und unzureichendem Ansprechen auf Ruxolitinib eine frühzeitige Therapieeskalation sinnvoll sein kann.

Josef Gulden fasst aktuelle Entwicklungen zur GvHD-Prophylaxe zusammen, darunter neue Ansätze, die auf dem ASH 2025 und diesjährigen EHA-Kongress vorgestellt wurden. Das intestinale Mikrobiom gilt mittlerweile als wichtiger Einflussfaktor auf den Erfolg der Stammzelltransplantation.

Sascha Göttert, M. Sc. und Dr. Erik Thiele Orberg zeigen anhand klinischer und präklinischer Daten, dass der mikrobielle Metabolit Desaminotyrosin die intestinale Regeneration fördern und gleichzeitig den Graft-versus-Leukämie-Effekt erhalten könnte.

Dr. Doris Maugg stellt schließlich die Ergebnisse der Phase-III-Studie Precision-T zu Orca-T vor. Bei diesem Ansatz werden regulatorische und konventionelle T-Zellen zeitlich getrennt verabreicht; gegenüber der konventionellen alloSCT konnte damit das Risiko einer moderaten bis schweren chronischen GvHD signifikant reduziert werden.

Eine spannende Lektüre wünschen

Prof. Dr. Monika Brüggemann und Dr. Philipp Nakov

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