Journal Hämatologie
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Die digitale Ausgabe von "JOURNAL HÄMATOLOGIE 2/2026"Online Blättern

Editorial

Kongress-News | ASCO

DLBCL
 4 Min|
ASCO 2026

frontMIND-Studie: Erstlinienkombination aus Tafasitamab mit R-CHOP verzögert Progression bei aggressiven B-Zell-Lymphomen

Erkrankte mit neu diagnostiziertem aggressivem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder Hochrisiko-B-Zell-Lymphom (HGBL) profitieren von einem längeren progressionsfreien Überleben (PFS), wenn das bewährte Regime R-CHOP* durch den humanisierten, Fc-modifizierten, zytolytischen CD19-spezifischen Antikörper Tafasitamab zusammen mit dem Immunmodulator Lenalidomid ergänzt wird. Das ist das Ergebnis der Phase-III-Studie frontMIND, die bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 präsentiert wurde (1). Es handelt sich erst um die zweite Studie in 25 Jahren, die im Phase-III-Setting einen Vorteil gegenüber dem globalen Erstlinienstandard R-CHOP zeigen konnte. Die Ergebnisse sind auch deshalb bemerkenswert, weil die Studienpopulation ein hoch-intermediäres oder hohes Risikoprofil aufweist – eine Population also, die üblicherweise ungünstige Outcomes aufweist.
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CLL
 3 Min|
CLL/SLL: Erstlinientherapie mit Sonrotoclax + Zanubrutinib zeigt hohe Raten nicht-nachweisbarer MRD in Phase-I-Studie
ASCO 2026

CLL/SLL: Erstlinientherapie mit Sonrotoclax + Zanubrutinib zeigt hohe Raten nicht-nachweisbarer MRD in Phase-I-Studie

Orale BTKi-BCL2i-Kombinationen mit fester Therapiedauer sind wirksame und praktikable Optionen für die Erstlinienbehandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Allerdings sind alle derzeitigen Regime, einschließlich jener mit BTKi der zweiten Generation, durch niedrige uMRD-Raten von 29-47% limitiert. Bei Patient:innen mit therapienaiver CLL oder kleinzelligem lymphatischen Lymphom (SLL) war die Kombination des BCL2-Inhibitors Sonrotoclax und des BTK-Inhibitors (BTKi) Zanubrutinib gut verträglich und erreichte Raten nicht-nachweisbarer minimaler Resterkrankung bei 10⁻⁴-Sensitivität (uMRD4) von über 80%, Hochrisiko-Zytogenetik eingeschlossen. Dies geht aus aktualisierten Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten einer Phase-I/Ib-Studie hervor, die auf dem ASCO 2026 als Poster präsentiert wurde [1].
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Kongress-News | EHA

EHA 2026
 3 Min|
Venetoclax bei neu diagnostizierter AML: Wirksamkeit abhängig vom genetischen Risiko, nicht von der Therapiedauer
EHA 2026

Venetoclax bei neu diagnostizierter AML: Wirksamkeit abhängig vom genetischen Risiko, nicht von der Therapiedauer

Der BCL2-Inhibitor Venetoclax (Ven) in Kombination mit einer hypomethylierenden Substanz (HMA) ist die Standardtherapie für unfitte Patient:innen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (ND‑AML); Ven wird dabei üblicherweise über 28 Tage pro Zyklus gegeben [1]. Um sich der bestmöglichen Ven-Dauer über verschiedene Risikogruppen von ND-AML-Erkrankten hinweg anzunähern, führten Forschende der Mayo Clinic, Rochester, MN, USA, eine retrospektive Untersuchung zu Überlebens-Outcomes unter üblicher und verkürzter Ven-Dauer durch. Die Daten wurden beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) als Poster vorgestellt [2].
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EHA 2026
 4 Min|
AML
EHA 2026

RR/MRD+ AML: Switchable allogene CAR-T-Zellen zeigen vielversprechende Aktivität

In einer Phase-IA-Studie konnten erstmals bei Erkrankten mit CD123‑positiver rezidivierter/refraktärer (RR) oder messbare Resterkrankung‑positiver (MRD+) akuter myeloischer Leukämie (AML) mit Hilfe einer gegen CD123 gerichteten „switchable“ allogenen CAR‑T‑Technologie tiefe und anhaltende Remissionen bei handhabbarem Sicherheitsprofil erreicht werden. Prof. Dr. Martin Wermke vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stellte die aus seiner Sicht „extrem vielversprechenden“ Daten beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 als Late Breaking Abstract vor [1].
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EHA 2026
 3 Min|
Concept of Non-Hodgkin Lymphoma write on paperwork isolated on Wooden Table
EHA 2026

DLBCL: OLYMPIA-3-Studie mit Odronextamab + CHOP

In der Phase-III-Studie OLYMPIA-3 (Teil 1B) wurde die Kombination des bispezifischen Antikörpers Odronextamab (Odro) mit CHOP (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon) bei 40 Patient:innen mit zuvor unbehandeltem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) in zwei verschiedenen Dosierungsschemata untersucht [1]. Das Sicherheitsprofil war insgesamt beherrschbar, mit Neutropenie (57,5%), Zytokin-Freisetzungssyndrom (55,0%) und Anämie (42,5%) als häufigsten unerwünschten Ereignissen, während die vorläufige Wirksamkeit mit objektiven Ansprechraten von 90-95% und vollständigen Remissionsraten von 85% in beiden Schemata ermutigend war. Aufgrund der vergleichbaren Ergebnisse wurde das Dosierungsschema „160 mg wöchentlich, dann alle 3 Wochen“ für die randomisierte Phase-III-Studie ausgewählt.
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EHA 2026
 3 Min|
Chronic lymphocytic leukemia
EHA 2026

RR CLL/SLL: Pirtobrutinib im Vergleich zu BTK-Inhibitoren der zweiten Generation

Die BRUIN CLL-314-Studie, die auf dem amerikanischen Hämatologenkongress ASH 2025 vorgestellt wurde, hatte die Nichtunterlegenheit von Pirtobrutinib gegenüber Ibrutinib hinsichtlich der Gesamtansprechrate (ORR) bei Patient:innen mit rezidivierter oder refraktärer (RR) chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und kleinem lymphozytären Lymphom (SLL) gezeigt. Während des EHA-Kongresses wurde nun eine Studie vorgestellt, die den Vergleich der Wirksamkeit und der Sicherheit von Pirtobrutinib zu den BTK-Inhibitoren der zweiten Generation im Fokus hatte.
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Kongress-News | EBMT

Entitätsübergreifend
 6 Min|
CAR-T-Zell-Therapien rücken immer mehr in den wissenschaftlichen Fokus
EBMT 2026

CAR-T-Zell-Therapien rücken immer mehr in den wissenschaftlichen Fokus

Das Motto der Jahrestagung der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026 lautete „Advancing the Art of Patient Care“. Damit unterstreicht die Fachgesellschaft einmal mehr die traditionell enge Partnerschaft zwischen ärztlicher Community und betroffenen Patient:innen. Wissenschaftlich richtet die EBMT den Blick weiterhin auf ihre beiden zentralen Säulen – Stammzelltransplantationen und zelluläre Therapien. Letztere, insbesondere CAR‑T‑Zell-Therapien, gewinnen zunehmend an Bedeutung, was sich auch in den hochrangigen Abstracts zu dieser Thematik widerspiegelte.
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Hämatologische Neoplasien

Entitätsübergreifend
 16 Min|
Eosinophilie und Hypereosinophilie

Klonale Eosinophilie

Die Genese einer Eosinophilie bzw. Hypereosinophilie reicht von häufigen reaktiven Ursachen hin zu seltenen, klonalen hämatologischen Neoplasien. Nach Ausschluss reaktiver Ursachen erfolgt die differentialdiagnostische Abklärung stufenweise unter Einbeziehung von Klinik, Blutbild, Knochenmarkmorphologie, Immunphänotypisierung, Zytogenetik und Molekulargenetik. Zu den wichtigsten klonalen Entitäten zählen die myeloischen/lymphatischen Neoplasien mit Eosinophilie und Tyrosinkinase-Fusionsgenen (MLN-TK), die chronische Eosinophilenleukämie (CEL) und die systemische Mastozytose (SM). Der Nachweis eines Fusionsgens ist therapeutisch entscheidend: PDGFRA- und PDGFRB-rearrangierte Neoplasien sprechen sehr gut auf Imatinib an, während FGFR1-, JAK2-, FLT3- und ETV6::ABL1-rearrangierte Neoplasien häufig aggressiver verlaufen und oft einer allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation bedürfen. Die Therapie der CEL ist nicht standardisiert. Für die SM stehen KIT-Inhibitoren zur Verfügung.
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Entitätsübergreifend
 12 Min|
MRD-Testing
Von der Remissionsbeurteilung zur Präzisionstherapie

MRD bei lymphatischen Neoplasien

Die Behandlung lymphatischer Neoplasien hat sich durch zielgerichtete Substanzen, monoklonale Antikörper und zelluläre Therapien grundlegend verändert. Mit zunehmend wirksamen Behandlungsstrategien werden immer tiefere Remissionen erreicht, sodass die konventionelle Beurteilung anhand von Morphologie, klinischer Untersuchung und Bildgebung an ihre Nachweisgrenzen stößt. Die Bestimmung der messbaren Resterkrankung (measurable residual disease, MRD) schließt diese diagnostische Lücke: Mit einer Sensitivität von bis zu 10⁻⁶ kann sie residuelle maligne Zellen weit unterhalb der Schwelle einer klassischen kompletten Remission nachweisen und quantifizieren. MRD-Negativität zählt bei zahlreichen lymphatischen Neoplasien zu den stärksten Prädiktoren für das progressionsfreie sowie das Gesamtüberleben (PFS, OS) und wird zunehmend zur Risikostratifizierung und Therapiesteuerung herangezogen (Tab. 1).
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ALL
 6 Min|

Spättoxizitäten erfolgreicher Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter

Die Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter hat in den vergangenen Jahrzehnten zu beeindruckenden Fortschritten geführt. Heute liegen die Heilungsraten bei über 90%. Dies ist auf die standardisierte, an die Risikogruppe angepasste multimodale Polychemotherapie von ALL-Patient:innen und deutlich verbesserte Supportivmaßnahmen zurückzuführen [1]. Nur noch in wenigen Fällen ist eine hämatopoetische Stammzelltransplantation im Rahmen der Erstlinienbehandlung notwendig. Bei Patient:innen mit einer refraktären oder rezidivierten Erkrankung ist dies weiterhin ein wichtiger Baustein der Therapie [2]. Daneben sind in den letzten Jahren neue immuntherapeutische Therapieoptionen entwickelt worden, die zunehmend sowohl in der Rezidivsituation als auch in der Erstlinienbehandlung eingesetzt werden. Dieser Erfolg ist jedoch mit einem hohen Preis verbunden, da die intensive antileukämische Therapie nicht nur maligne Zellen zerstört, sondern auch gesunde Gewebe und Organe schädigt. Infolgedessen treten bei nahezu allen Patient:innen akute Nebenwirkungen während der Therapie auf, und ein großer Teil der Langzeitüberlebenden leidet unter Spätfolgen. Diese können entweder direkt im Zusammenhang der akuten Toxizitäten stehen oder sich erst Jahre nach Abschluss der Behandlung manifestieren (Abb. 1) [3]. Trotz der großen klinischen Bedeutung ist die systematische Erfassung dieser Spätfolgen bislang unzureichend standardisiert, was die Bewertung der Gesamtbelastung für die wachsende Gruppe von Überlebenden erschwert. Für den deutschsprachigen Raum fehlen bislang verlässliche Daten. Aus diesem Grund sind in diesem Artikel keine quantitativen Angaben zur Häufigkeit der auftretenden Spätfolgen angegeben.
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GvHD

GvHD
 6 Min|
GvHD

Allogene Stammzelltransplantation: Was gibt es Neues zur GvHD-Prophylaxe?

Die Transplantation allogener hämatopoetischer Stammzellen (alloSCT) ist nach wie vor eine wirksame Therapie gegen maligne und nicht-maligne hämatologische Erkrankungen, die allerdings auch eine Schattenseite hat: Neben dem potenziell kurativen Graft-versus-Tumor-Effekt kann es zu unerwünschten toxischen Wirkungen in Form einer akuten oder chronischen Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) kommen, die mit erheblicher Morbidität verbunden sein und im schlimmsten Fall letal ausgehen kann. Die Prophylaxe der GvHD stellt einen Spagat zwischen der Verhinderung dieser unerwünschten Reaktionen bei gleichzeitigem Erhalt des für die Wirksamkeit der Therapie essenziellen Graft-versus-Tumor-Effekts dar. Einen Überblick gaben Mahasweta Gooptu und John Koreth von der Harvard Medical School in Boston in einer Education Session des letzten ASH-Kongresses im Dezember 2025 [1], und beim Kongress der European Hemtaology Association im Juni 2026 in Stockholm wurden eine Reihe neuer Ansätze vorgestellt.
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GvHD
 4 Min|
GvHD
Mikrobiombasierte Prävention

Mikrobieller Metabolit Desaminotyrosin wirkt protektiv nach allogener Stammzelltransplantation

Der mikrobielle Metabolit Desaminotyrosin (DAT) erwies sich durch eine Kombination aus klinischen und präklinischen Daten als potenziell vorteilhafter Modulator des Behandlungserfolgs nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT). In einer prospektiven, nicht-interventionellen Studie waren hohe Stuhlkonzentrationen von DAT mit einem verbesserten Gesamtüberleben und reduzierten Rezidivraten assoziiert. Weitere präklinische Untersuchungen zeigten, dass DAT sich zum einen positiv auf die Darmregeneration nach therapiebedingter Schädigung auswirkt und zum anderen die T-Zell-Aktivierung fördert. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal Nature Communications veröffentlicht [1].
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GvHD
 6 Min|
JAK-Inhibitor Ruxolitinib

Akute GvHD mit Ruxolitinib-Refraktärität: Frühere Therapieeskalation bei Hochrisiko-Patient:innen

Die akute Graft-versus-Host-Erkrankung (aGvHD) zählt neben der chronischen GvHD zu den gefährlichen Komplikationen nach einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT). Sie wird zunächst mit Kortikosteroiden behandelt, bei steroidrefraktärer aGvHD mit Ruxolitinib. Seit 2020 gilt eine international anerkannte Definition dafür, ab wann ein Therapieversagen von Ruxolitinib vorliegt. Insbesondere bei der aGvHD mit schwerer Gastrointestinal (GI)-Beteiligung hat die klinische Realität diese Einschätzung jedoch überholt. Die vorliegende Arbeit plädiert daher für eine Überarbeitung dieser Kriterien.
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GvHD
 7 Min|
GvHD
Akute Leukämien/MDS

Orca-T-Immuntherapie verringert cGvHD-Risiko gegenüber konventioneller alloSCT

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloSCT) gilt als wichtige und kurative Therapiesäule bei akuten Leukämien (AL) und myelodysplastischen Neoplasien (MDS) mit hohem Risiko [1]. Mit der Transplantation werden Spender-T-Zellen übertragen, die einerseits verbliebene Leukämiezellen angreifen – der erwünschte Graft-versus-Leukemia-Effekt –, andererseits aber gesundes Empfängergewebe attackieren und eine Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) auslösen können, weshalb mit der alloSCT stets eine GvHD-Prophylaxe einhergehen muss. Eine selektive Kontrolle der Spender-T-Zell-Funktion, die gleichzeitig eine Immunwiederherstellung ermöglicht und einer GvHD vorbeugt, wird daher benötigt. Nun wurde in der Phase-III-Studie Precision-T mit dem Produkt Orca-T eine Weiterentwicklung der konventionellen alloSCT evaluiert: Der wesentliche Unterschied liegt neben der Aufbereitung in der zeitlich getrennten Gabe der Spender-Zellen. In der Studie senkte Orca-T das Risiko für eine moderate bis schwere chronische GvHD (cGvHD) im Vergleich zu einer konventionellen alloSCT signifikant.
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GvHD
 5 Min|
Trockenes Auge

Okuläre Graft-versus-Host-Disease

Die okuläre Graft-versus-Host-Erkrankung (oGvHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (alloSCT) ist eine teilweise schnell fortschreitende entzündliche und destruierende Augenoberflächenerkrankung, die bei über 40% der Patient:innen auftritt. Bei ungebremster Progression führt die oGvHD zu einer starken Reduktion der Lebensqualität aufgrund von Schmerzen, Sehverlust und abnehmender Belastungsfähigkeit der Augen. In schweren Fällen führt die oGvHD zur Erblindung. Klinisch zeigt sich vor allem eine schwere Benetzungsstörung der Augen aufgrund der Destruktion der Tränendrüse. Früh erkannt und richtig therapiert können viele Komplikationen vermieden werden. Aus diesem Grund ist eine augenärztliche Versorgung von Patient:innen vor und nach alloSCT äußerst wichtig.
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Fortbildung

Medizin
 2 Min|
expanda Hämophilie und Hämostase 2026

Von-Willebrand-Erkrankung: Leitlinien-Update und neue Daten zur Prophylaxe

Im Rahmen des Online-Seminars „expanda Hämophilie und Hämostase" referierte Dr. med. Carmen Escuriola-Ettingshausen, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in der Praxisgemeinschaft am Hämophilie-Zentrum Rhein Main (HZRM) in Frankfurt, über aktuelle Entwicklungen bei der Von-Willebrand-Erkrankung. In diesem Video gibt sie einen Überblick über den Stand der internationalen Leitlinien und stellt neue Studiendaten zur Langzeitprophylaxe mit plasmatischen und rekombinanten Von-Willebrand-Faktor-Konzentraten vor.
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Interview

Hämophilie
 2 Min|
Hämophilie, Erythrozyten

Hämophilie A/B mit und ohne Hemmkörper im Praxisalltag

Die Zulassungserweiterung für Marstacimab ermöglicht es, den Anti-Tissue Factor Pathway Inhibitor (TFPI)-Antikörper nun auch bei Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mind. 35 kg mit Hämophilie A oder B mit Hemmkörpern zur Routineprophylaxe von Blutungsepisoden einzusetzen. Was bedeutet das konkret für die tägliche Versorgung und die Lebensqualität der Betroffenen? Dr. Kai Severin vom Gerinnungszentrum Köln/Rhein-Erft gibt im Interview mit JOURNAL HÄMATOLOGIE einen Einblick in den Praxisalltag.
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Pharmaforum

Multiples Myelom
 3 Min|
Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Selinexor ermöglicht doppelten Substanzklassenwechsel

Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Selinexor ermöglicht doppelten Substanzklassenwechsel

Bei Betroffenen mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom (rrMM) können Resistenzen gegenüber bereits eingesetzten Substanzklassen zunehmen [1-6]. Mit dem XPO1-Inhibitor Selinexor steht eine Substanzklasse zur Ver­fügung, die sich einen komplett anderen Wirkort als Proteasom-Inhibitoren (PI), immunmodulatorische Wirkstoffe (IMiDs) und Anti-CD38-Antikörper zu Nutze macht. Erkrankte können bereits nach einer Vortherapie wirksam und ­sicher ­behandelt werden, wie die Ergebnisse der Phase-III-Studie BOSTON gezeigt haben [7-10].
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GvHD
 2 Min|
cGvHD: Belumosudil schließt Therapielücke
Chronische Graft-versus-Host-Erkrankung: Hohe Belastung für Patient:innen

Belumosudil schließt Therapielücke

Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) stellt eine häufige Komplikation nach einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (alloHSZT) dar [1, 2]. Unkontrolliert kann die Erkrankung für die Betroffenen sehr belastend sein [3-5]. Mit dem selektiven ROCK2-Inhibitor Belumosudil steht Patient:innen mit cGvHD eine dringend benötigte neue Therapieoption zur Verfügung, die gezielt sowohl inflammatorische als auch fibrotische Prozesse der cGvHD beeinflussen kann [6-9].
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Anämien
 4 Min|
TDT und SCD - koordinierte Versorgung bei Gentherapien ist entscheidend
Präzision und Zusammenarbeit

Warum koordinierte Versorgung bei Gentherapien entscheidend ist

Im Rahmen des 52. Jahrestreffens der Europäischen Gesellschaft für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) veranstaltete die Firma Vertex ein Satellitensymposium zum Thema „Klinische Kooperation bei der sich wandelnden Behandlung von transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) und schwerer Sichelzellkrankheit (SCD)“. Unter dem Vorsitz von Dr. Mattia Algeri, Bambino-Ges.-Krankenhaus, Rom, Italien, referierten die Expert:innen Dr. Sultan Almutairi, King Abdulaziz Medical City, MNGHA, Jeddah, Saudi-Arabien, und Dr. Perla Eleftheriou, University College London Hospitals, NHS Foundation Trust, London, UK, über neue Therapieansätze, ihren Einfluss auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischenHämatologie und Transplantationsmedizin sowie der Optimierung der Versorgung schwer betroffener Patient:innen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Selek­tions­kriterien für geeignete Patient:innen, wie etwa generelle Eignung, Alter, Krankheitslast, etc.
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Polycythaemia vera
 6 Min|
Zytoreduktive Therapie bei „Low-Risk“-Patient:innen mit Polycythaemia Vera
ELN-Empfehlungen und neue Evidenz

Zytoreduktive Therapie bei „Low-Risk“-Patient:innen mit Polycythaemia Vera

Traditionell galt bei Polycythaemia Vera (PV) eine zytoreduktive Therapie nur für ältere Patient:innen oder nach Thromboseereignis als angezeigt. Empfehlungen der European LeukemiaNet (ELN) [1] sowie aktuelle Daten einer Multicenter-Studie von Palandri F et al. [2] zeigen jedoch, dass bestimmte klinische Zeichen und Symptome (CSSs) auch bei jüngeren Low-Risk-Patient:innen ein erhöhtes Thromboserisiko markieren. Damit wird deutlich, dass eine zytoreduktive Therapie – bevorzugt mit Interferon alfa – auch in dieser Patient:innengruppe gerechtfertigt ist.
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Non-Hodgkin-Lymphom
 5 Min|
B-Zell-Malignome: CLL und MCL im Fokus
B-Zell-Malignome: CLL und MCL im Fokus

Zielgerichtete Therapiestrategien mit Ibrutinib

Mit der Zulassung des Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitors Ibrutinib wurde das therapeutische Spektrum zur Behandlung von B-Zell-Malignomen erweitert und die Entwicklung zielgerichteter Therapiestrategien maßgeblich voran­getrieben [1]. Langzeitdaten aus klinischen Studien erweitern die Evidenz für Ibrutinib-basierte Therapiestrategien bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und dem Mantelzell-Lymphom (MCL). Insbesondere bei Patient:innen mit ungünstigen prognostischen Faktoren zeigen sich Anhaltspunkte auf eine anhaltende Krankheitskontrolle über Jahre hinweg [2-5].
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Non-Hodgkin-Lymphom
 6 Min|
Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib in nationalen und internationalen Leitlinien
Therapie des Mantelzell-Lymphoms

Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib in nationalen und internationalen Leitlinien

Im Juni 2026 wurde die Onkopedia-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zum Mantelzell-Lymphom (MCL) aktualisiert [1]. In diesem Zug wurde die im Vorjahr zugelassene Kombination aus dem Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) Acalabrutinib und Bendamustin + Rituximab (BR) als Therapieoption für die Erstlinie aufgenommen. Die Kombination aus Acalabrutinib und BR wird in der MCL-Erstlinie bei Patient:innen mit gutem Allgemeinzustand, > 60 Jahre, unfit empfohlen [1]. Derzeit ist Acalabrutinib (in Kombination mit BR) der einzige BTKi mit Zulassung für nicht vorbehandelte MCL-Patient:innen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (autoSCT) geeignet sind [2]. Zusätzlich wird der Wirkstoff als Monotherapie bei BTKi-naiven Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem MCL empfohlen [1, 2]. Das therapeutische Spektrum für die Behandlung des MCL hat sich also deutlich erweitert.
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